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Samstag, 11.02.2012

Das Schwerpunktthema der Woche

Was geschah in der Ursuppe? 
Was geschah in der Ursuppe?
© IMSI MasterClips/MMCD
Aus für die Ursuppe?
Rätsel um die Entstehung des Lebens

Woher kommen wir? Warum existiert ausgerechnet auf der Erde Leben? Und wo und in welcher Form entstand es? Diese Fragen rühren an die wichtigsten und fundamentalsten Dinge unserer Welt und letztendlich auch unserer Existenz – und doch ist keine von ihnen bisher beantwortet. Ganz im Gegenteil.

Klar ist bis heute eigentlich nur Eines: Irgendwann vor rund 3,8 Milliarden Jahren tauchten auf der unwirtlichen und toten Erde die ersten lebenden Zellen auf, das verraten fossile Kohlenstoffeinlagerungen im Gestein. Noch waren die ersten Lebensformen zwar selten, klein und anfällig gegenüber den Unbilden der Umwelt. Doch sie waren nur der Anfang eines Prozesses, der die große Wende in der Geschichte unseres Planeten einleiten sollte: die Entstehung und Evolution des Lebens. Aus ihnen entwickelten sich in den folgenden Milliarden Jahren die gesamte belebte Welt, wie wir sie kennen, vom Pantoffeltier zum Elefanten und letztendlich dem Menschen.

Aber der Weg zu diesem entscheidenden ersten Akt im Drama des Lebens, zu allerersten Pionierzelle, ist den Forschern bis heute ein Rätsel. Schon Darwin hielt es für ein völlig aussichtsloses Unterfangen, überhaupt wissenschaftliche Gedanken an den „Ursprung des Ursprungs“ verschwenden zu wollen.

Und spätestens seit 1864 sitzen die Forscher in diesem Punkt ohnehin gründlich in der Zwickmühle: Zu diesem Zeitpunkt wies der französische Chemiker Louis Pasteur in einem Sterilisationsexperiment erstmals nach, dass Organismen nicht spontan aus toter Materie entstehen, wie zuvor angenommen, sondern dass Leben immer auch von Lebendem abstammt. Dieser Leitsatz „omne vivum ex vivo“ gilt im Prinzip bis heute und bildet die Basis für das wissenschaftliche Weltbild der Biowissenschaften.

Aber er schafft natürlich ein Problem: Irgendwann und irgendwie muss die Kette des „Lebens aus dem Leben“ ja schließlich begonnen haben. Doch genau an diesem Punkt beißen sich die Forscher bis heute die Zähne aus, oder, wie es Philip Ball in der Zeitschrift Nature formuliert: „Es ist entweder ein Zeichen für den grenzenlosen Optimismus der Wissenschaft oder aber einen völligen Mangel an Bescheidenheit, dass Forscher hoffen, das Puzzle der Entstehung des Lebens zu lösen.“

Inhalt:
Die Bühne...
Welche Bedingungen herrschten auf der Urerde?
Der erste Akt...
Stanley Millers Experiment
Wassersuppe statt Kraftbrühe?
Warum die Ursuppe möglicherweise ausscheidet
Bio-Pfannkuchen statt Ursuppe
Mineraloberflächen als Katalysatoren
Zellmembran gesucht
Wie entstand die erste Zelle?
Henne oder Ei?
Das DNA-Protein-Problem und die RNA-Welt
Links oder rechts?
Das Problem der Chiralität
Asymmetrie aus dem All?
Meteoriten als kosmische Schablonen
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