Er trägt den Namen eines Unterwelt-Herrschers und zieht seine Bahn im eisigen Dunkel: Pluto – einst neunter und äußerster Planet unseres Sonnensystems, heute nur noch Zwergplanet mit hunderten von „Geschwistern“. Trotz aller Fortschritte der modernen Astronomie ist er noch immer der „große Unbekannte“. Zu klein ist Pluto und zu weit entfernt selbst für die stärksten Teleskope und Messinstrumente.
Doch die Zeit des Rätselratens könnte bald ein Ende haben. Denn schon ist eine NASA-Sonde unterwegs in die äußersten Gefilde des Sonnensystems. „New Horizons“, so ihr Name, soll nach ihrer Ankunft im Jahr 2015 endlich Antworten auf die vielen offenen Fragen zum Pluto, seinem Mond Charon und anderen Objekten außerhalb des Neptunorbits liefern. Wie sieht die Oberfläche des Pluto aus? Welche Struktur hat er in seinem Inneren – gibt es vielleicht sogar einen Ozean aus flüssigem Wasser unter der Eiskruste?
Bisher ist die Datenlage so dünn, dass sich die Astronomen noch nicht einmal über Plutos Größe oder Dichte sicher sein können. Auch Masse und Oberflächenbeschaffenheit sind Schätzwerte, ermittelt aus den spärlichen Informationen, die die bisher existierenden unscharfen Aufnahmen und wenigen Spektrometermessungen hergeben.
Aber das Wenige, das die Wissenschaftler inzwischen herausgefunden haben, zeichnet das Bild einer faszinierend fremdartigen Welt, eines echten Außenseiters in unserem Sonnensystem.
|