Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Samstag, 04.02.2012
Das Schwerpunktthema der Woche
100 Jahre Plattentektonik
Alfred Wegener und seine Theorie
Alfred Wegener: Pionier der Plattentektonik
Alfred Wegener: Pionier der Plattentektonik
© Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz, Ron Blakey/CC-by-sa 3.0

Einer gegen alle, hieß es am 6. Januar 1912 auf der Hauptversammlung der Geologischen Vereinigung in Frankfurt am Main. An jenem Tag hielt der damals 31-jährige Alfred Wegener seinen Vortrag über die Entstehung der Ozeane und Kontinente und brachte damit die althergebrachten Vorstellungen ins Wanken. Denn er stellte die These auf, dass die Kontinente nicht unverrückbar an immer der gleichen Stelle der Erkruste bleiben, sondern im Laufe der Erdgeschichte ihre Lage verändern können.

„Völliger Bödsinn!“ - so wie der Präsident der angesehenen amerikanischen philosophischen Gesellschaft reagierte die Mehrheit der wissenschaftlichen Welt zunächst auf Wegeners Theorie. Wie Darwin rüttelte auch Wegener an den Grundfesten des zur damaligen Zeit herrschenden Weltbilds, auch er musste Ablehnung, beißenden Spott und wüste Beschimpfungen über sich ergehen lassen. Die Mehrheit der Wissenschaftlerkollegen weigerte sich, Wegeners Theorie überhaupt ernst zu nehmen, schrieb sie als Ideen eines „inkompetenten Quereinsteigers“ der Geowissenschaften ab. Die Vorstellung, Teile der festen Erdkruste könnten umherwandern, galt als absurd, widersprach allem, was bisher als richtig und gegeben galt.

Fast ein halbes Jahrhundert sollte es dauern, bis neue Vermessungen und Forschungen Wegener rehabilitierten und seine Theorie bestätigten. Heute gilt Wegener als „Vater der Plattentektonik“. „Rückblickend darf man ihn aber auch als den Kopernikus der Geowissenschaften bezeichnen, denn Wegener hat unser Bild von der Erde revolutioniert und dafür am Anfang eine Menge Spott und Häme in Kauf genommen“, sagt Reinhard Krause, Wissenschaftshistoriker am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.

Den Durchbruch seiner Theorie konnte der vor allem als Polarforscher bekannte Alfred Wegener jedoch nicht mehr miterleben. Er starb im November 1930 in den Eiswüsten Grönlands - fast 30 Jahre vor seiner Rehabilitation. Doch was machte diese Theorie der „wandernden Kontinente“ so revolutionär? Warum wehrte sich die wissenschaftliche Welt so lange und vehement gegen die doch scheinbar so einleuchtenden Erklärungen?

Inhalt:
Auf der Suche nach einer "Theorie der Erde"
Descartes und die Anfänge eines geologischen Weltbildes
Feuer oder Wasser?
Streit um die "Hauptrolle" bei den geologischen Veränderungen
Von schrumpfenden Äpfeln und Pentagonalnetzen
Wie entstehen Gebirge?
Faltungen, Eisberge und einseitige Kräfte
Das Rätsel der Gebirgswurzeln
Jede Menge ungelöster Rätsel...
Die Situation zur Zeit Wegeners
Die "Bombe" platzt
Wegener präsentiert seine Theorie
Auf tönernen Füßen....
Ablehnung und Kritik
Die Konvektion kommt ins Spiel
Wegener erhält Unterstützung
"Und sie bewegen sich doch..."
Der späte Sieg der Plattentektonik
Wechselwirkungen aller Art
Was passiert an den Plattengrenzen?
Die leise Revolution in der Theorie der Tektonik
Was hat sich bis heute getan?
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Mehr zum Thema im Dossier-Themenpool
Die vereinigten Platten von Europa
Der Tektonik unseres Kontinents auf der Spur
Gebirgsbildung
Wenn Berge in den Himmel wachsen
Reise zum Mittelpunkt der Erde
Neues aus dem Inneren unseres Planeten
Plattentektonik im Zeitraffer
Die Welt am Meeresboden im Wachsmodell
Magnet Erde
Kommt die große Umpolung?
Die Schlünde der Meere
Eine Reise in die Tiefseegräben
Erdbeben
Vorhersagbar oder aus heiterem Himmel?
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Alfred Wegener
Das Innere der Erde
Hochgebirge
Erdbeben
Vulkanismus
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
News zum Thema
Angst vor Erdbeben-Zunahme unbegründet
Keine Änderung geologischer Prozesse seit 2004
Neue Erdplatte unter Tibet entdeckt
Bewegungen des Untergrunds unter dem Himalaya verlaufen anders als gedacht
Diamanten verraten Beginn der Plattentektonik
Beginn der Kontinentaldrift vor rund drei Milliarden Jahren
Gigantische Gesteins-Jo-Jos unter den Alpen
Geologen haben erstmals Jo-Jo-Subduktion an Gesteinsproben bestätigt
Kontinentaldrift ja – aber wie?
Expedition soll tektonische Phänomene vor Afrika erkunden
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen