Es wird eng im Orbit: Gut 50 Jahre Raumfahrt im erdnahen Weltraum bescheren uns heute nicht nur Satelliten-TV, GPS und Weltraumteleskope. Sie haben auch hunderttausende von größeren und kleineren Schrottteilen hinterlassen, die zu einer enormen Gefahr für unbemannte, aber auch bemannte Raumfahrzeuge geworden sind.
Achtmal bereits musste die Internationale Raumstation ISS einem mit mehrfacher Düsenjetgeschwindigkeit heranrasenden Trümmerteil ausweichen, dreimal der ESA-Umweltsatellit Envisat. Schon ein Partikel von mehr als einem Zentimeter Größe könnte für die milliardenteure Technologie das Aus bedeuten, für die ISS-Besatzung im Extremfall sogar den Tod. Und das Risiko nimmt zu. Immer häufiger schlagen die Überwachungssysteme Alarm, denn die Trümmerwolken im Orbit wachsen inzwischen fast exponentiell.
Wenn nicht bald etwas dagegen unternommen wird, da sind sich die Experten inzwischen einig, dann ist eine sichere Raumfahrt in wenigen Jahrzehnten nicht mehr möglich. Jeder Versuch, die dichte Trümmerwolke zu durchdringen, gliche dann einem Himmelfahrtskommando. Aber was kann getan werden? Und wer muss es tun? Genau darüber wird seit Jahren diskutiert. Denn die Vermeidung und Entsorgung des Weltraumschrotts ist ebenso ein technisches, wie auch ein rechtliches und vor allem auch ein politisches Problem. Lösungen können hier nur in internationaler Zusammenarbeit gefunden und umgesetzt werden. |