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Sonntag, 21.03.2010
Wellen, die den Tod brachten...
Ein Who is Who bedeutender Tsunamikatastrophen

Allzu weit braucht man nicht in die Vergangenheit zurückgehen, um zu erkennen, welche zerstörerische Wirkung Tsunamis haben können und wie hilflos die Menschen häufig dieser Naturkatastrophe ausgesetzt sind:

Am siebten Juni 1692 bricht über die karibische See- und Piratenstadt Port Royal zuerst ein Erdbeben und danach ein Tsunami herein. Tausende von Menschen werden in den Tod gerissen.

Am ersten November 1755 wird die Westküste von Portugal, Spanien und Marokko von einer Flutwelle getroffen. In der fünf bis zehn Meter hohen Welle sollen in Lissabon, der portugisischen Hauptstadt allein 60 000 Menschen gestorben sein. Es war eines der größten Tsunami-Ereignisse in der Geschichte.

Am 20. Februar 1835 ereignet sich in Chile ein Erdbeben, dessen Zeuge auch Charles Darwin wird. In den Städten Concepcion und Santiago kommen mehr als 5.000 Menschen um. Unmittelbar danach zerstört der durch den Erdstoß ausgelöste Tsunami das Dorf Talcahuano.

Beim Ausbruch des Krakatau im Jahr 1883 entsteht beim Untergang der Insel ein riesiger Tsunami, der an der Küste Wellenhöhen von 40 Metern erreicht. Die Wogen überschwemmen die Nachbarinseln und spülen Gegenstände bis zu drei Kilometer weit ins Landesinnere.

Am dritten März 1933 wird die japanische Stadt Sanriku von einem Tsunami mit verheerender Wirkung heimgesucht und stark zerstört. Der Tsunami überrollt den Nordosten von Japans größter Insel Honshu. 3.000 Menschen werden getötet, 8.000 Schiffe sinken und 9.000 Gebäude werden zerstört.

Mächtige Riesenwelle - Hilo/Hawaii 1946 
Mächtige Riesenwelle - Hilo/Hawaii 1946
© NOAA/NGDC
Erster April 1946: Ein Tsunami überfällt das Hawaii-Archipel mitten im Pazifik. 159 Menschen sterben, fast 500 Gebäude werden allein auf der Insel Hawaii zerstört und große Küstenregionen verwüstet. Aber nicht nur Hawaii ist betroffen, auch andere Inselgruppen in Ozeanien und Teile der südamerikanischen Küste werden zerstört. Der Tsunami hatte seine Ursache in einem Erdbeben mit einer Stärke von 7,1 auf der Richter-Skala, das mehr als 3.700 Kilometer nördlich nahe der Aleuten vor der Küste stattfand.

Vom 21. bis 30.Mai 1960 treten eine Reihe schwerer Erdbeben in Süd- und Mittelchile auf. Es werden 5.000 Chilenen getötet. Der heftigste Erdstoß am 22. Mai löst einen Tsunami aus, der durch den Pazifik rast und weitere 450 Menschen das Leben kostet.

Eine Stärke von 8,6 auf der Richterskala hat der Erdstoß, der am 27. März 1964 um 17.36 Uhr Ortszeit die Region um Anchorage in Alaska erschüttert. Das Epizentrum liegt erneut im Aleutengraben. Diese Erdbeben, das zu den heftigsten in der Geschichte der Menschheit gehört erzeugt auch einen gigantischen Tsunami. Mit der zehnmillionenfachen Energie der Atombombe von Hiroshima rast er durch den Pazifik und erreicht innerhalb weniger Stunden die Küste von Oregon und Kalifornien. In Crescent City brechen Gebäude unter der Gewalt der gigantischen Welle ein. Zehn Menschen sterben, 16 weitere bleiben auf immer vermisst. Sieben Stunden später trifft der Tsunami auch in Japan ein, nach 14 Stunden in Ecuador und nach 21 Stunden in der Antarktis. Fast überall sind gewaltige Schäden und viele Todesopfer zu beklagen.

Am 17.Juli 1998 bebt 18 Kilometer vor der Westküste Papua-Neuguineas im Pazifik die Erde. Das Beben der Stärke 6 bis 7 löst drei Ozeanwellen aus, die jeweils eine Höhe von sieben bis zehn Metern haben. Die Tsunamis überspülen einen 30 Kilometer langen Küstenstreifen an der Nordküste des westpazifischen Inselstaates Sepik. Innerhalb von wenigen Minuten türmen sich die Welle vor der Küste auf. Nur den wenigsten Menschen bleibt genug Zeit, sich auf Palmen oder in den Mangrovendschungel zu retten. Viele werden von den Wassermassen im Schlaf überrascht. Von den 12.000 Menschen, die auf dieser Insel leben, kommen über 1.200 direkt ums Leben, 6.000 werden vermisst und sind wahrscheinlich in den Ozean gespült worden. Zahlreiche Fischerdörfer sind ausradiert. Fast eine ganze Inselgeneration ist ausgelöscht worden.

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