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Sonntag, 12.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • In den europäischen Ländern werden jährlich an die zehn Fälle von Forschungsbetrug entdeckt, in den USA schwankt diese Zahl sogar zwischen 20 und 30 Fällen pro Jahr. Besonders die Wissenschaftler der „life sciences", Molekularbiologen, Mediziner, Biochemiker und andere Vertreter der Biowissenschaften, geraten immer häufiger in den Verdacht, gemogelt zu haben.


  • Auch Ideeenklau in der Wisenschaft ist keine Ausnahme: 25 Prozent von 1309 Wissenschaftlern gaben in einer Studie zu, selber schon einmal Ideen von anderen gestohlen oder ohne Quellenangabe zitiert zu haben.


  • Wissenschaftsbetrug ist kein neues Phänomen, scheint sich aber in letzter Zeit zu häufen. Der 1908 angeblich „entdeckte“ "Schädel von Piltdown" galt beispielsweise jahrzehntelang als spektakulärster Wissenschaftsschwindel der Geschichte.


  • 1997 kamen die umfangreichen Fälschungen der bis dahin renommierten Krebsforscher Friedhelm Herrmann und Marion Brach ans Licht und sorgten für einen Skandal in der deutschen Wissenschaftslandschaft.


  • Auch 1999 hatte die deutsche Wissenschaft ihren Skandal: Der Direktor des Heidelberger Max-Planck-Institus für medizinische Forschung, Peter Seeburg, mußte sich gegen Vorwürfe des Diebstahls und Betrugs verteidigen.


  • Viele sehen in dieser Entwicklung eine logische Konsequenz des modernen Wissenschaftsbetriebes mit seinem immer stärkerem Publikations- und Leistungsdruck im Kampf um Drittmittel.


  • Der Kampf um Forschungsgelder schafft auch neue neue Abhängigkeits- und Einflussstrukturen, die dann zu einem Interessenskonflikt führen können, wenn Wissenschaftler als Gutachter tätig werden.


  • Die amerikanische Wissenschaftsbehörde reagierte schon Ende der achtziger Jahren auf gehäufte Betrugsfälle mit der Einrichtung eines "Office for Research Integritiy" (ORI) als zentraler Anlaufstelle für Meldungen über wissenschaftliches Fehlverhalten.


  • In Deutschland galten bisher die Regel der Reproduzierbarkeit und das Gutachtersystem der renommierten Fachzeitschriften als effektive Werkzeuge der Selbstkontrolle und damit ausreichend. Inzwischen allerdings gibt es auch hierzulande zumindestens „Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ und Verfahrensempfehlungen.

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