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Nach zehn bis fünfzehn Minuten in der Schlafphase 2 bahnt sich ein weiterer Wechsel an: Das Abtauchen in den Tiefschlaf. Jetzt schlafen wir fest und sind auch durch lautere Geräusche kaum noch zu wecken. Herz und Atmung sind langsam und regelmäßig, unsere Muskeln fast vollständig entspannt.
Während dieser Phase regeneriert sich unser Körper: Wachstumshormone werden ausgeschüttet, Zellen teilen sich und ergänzen oder ersetzen beschädigtes Gewebe, zellinterne Reparaturmechanismen bessern Schäden am Erbgut aus. Bei Jugendlichen findet jetzt der größte Wachstumsschub statt.
| |  | Tiefschlaf-EEG © Podbregar/IMSI MasterClips | Auch im Gehirn ändert sich die Aktivität: Große, langsame, aber sehr regelmäßige Deltawellen beginnen, die Thetawellen des flachen Schlafes zu verdrängen. Zu Beginn des Tiefschlafs, in der Schlafphase 3, tauchen noch hin und wieder Schlafspindeln und K-Komplexe aus dem Meer der Deltawellen auf, doch wenige Minuten später sind auch sie vollständig verschluckt: Schlafphase 4, auch "Slow Wave Sleep" genannt, beginnt und wird für etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde anhalten.
Wenn Schlafende wandeln
In dieser Phase träumen wir eher selten, wir befinden uns in einer Welt weit jenseits unseres Bewusstseins. Einige von uns werden jetzt aber dennoch aktiv: die Schlafwandler. Mit starrem Gesichtsausdruck und ins Leere blickenden Augen setzen sie sich im Bett auf, gehen durch die Wohnung, trinken, essen - ohne sich dessen bewusst zu sein und ohne sich hinterher daran zu erinnern.
Kinder beginnen in dieser Phase oft plötzlich zu schreien, wirken als wären sie in panischer Angst - und merken doch nichts davon. Ihre EEG-Wellen während dieses so genannten "Pavor nocturnus" verraten, dass auch sie weder Alpträume haben noch richtig wach sind. Stattdessen oszillieren sie zwischen einem Halbwachzustand mit beschränkter Wahrnehmung und dem Schlaf hin und her. Zwar können sie die Muskeln bewegen, das Bewusstsein bleibt jedoch weiterhin abgeschaltet.
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