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Freitag, 10.09.2010
Unterwegs in einer fremden Welt
Der Traumschlaf der REM-Phase

Nach etwa einer halben Stunde beginnen wir wieder aus dem Tiefschlaf aufzutauchen, inzwischen haben wir etwa ein bis eineinhalb Stunden geschlafen: In umgekehrter Reihenfolge durchleben wir erneut die Schlafphasen 3 und 2, doch dann folgt etwas Neues: Plötzlich beginnnen unsere Augen, sich unter den geschlossenen Lidern ruckweise hin und her zu bewegen. Unsere übrigen willkürlichen Muskeln sind jedoch nicht nur schlaff, sondern auch vollständig gelähmt, Bewegungen wären uns jetzt unmöglich.

 EEG des REM-Schlafs
EEG des REM-Schlafs
© Podbregar/IMSI MasterClips
Im Gehirn dagegen tut sich einiges: Die langsamen Deltawellen werden nun wieder von den niedrigeren, aber schnellen Thetawellen der ersten Schlafphase abgelöst, unterbrochen durch kurze Ausbrüche von Alphawellen, die eigentlich einen entspannten Wachzustand charakterisieren. In diesem Fall allerdings sind wir von echtem Wachsein weit entfernt: wir treten ein in die Welt der Träume.

Träumen in 3D und Technicolor...
Diese Schlafphase, nach den schnellen Augenbewegungen auch REM-Schlaf (für englisch "Rapid Eye Movement") genannt, ist der eigentliche Traumschlaf unserer Nächte. Hier erleben wir die oft so bizarren, emotional gefärbten und sehr bildhaften Traumgeschichten, deren Botschaften die Menschen schon seit Jahrhunderten versuchen zu entschlüsseln - bis heute ohne wirklichen Erfolg. Nach wie vor geben die Geschehnisse während des Traumschlafs den Schlafforschern, aber auch den Psychologen Rätsel auf.

Werden wir jetzt aufgeweckt, erinnern wir uns meist daran, geträumt zu haben. Der Inhalt dieses Traums verblasst in der Erinnerung allerdings sehr schnell. Meist haben wir ihn schon Minuten später wieder vergessen, behalten allenfalls noch einzelne Bilder oder Gefühlseindrücke zurück.

Wie lange dauert der Traumschlaf?
 Hypnogramm
Hypnogramm
© Podbregar/IMSI MasterClips
In dieser ersten REM-Phase halten wir uns normalerweise nur etwa zehn Minuten auf und gleiten danach wieder in den leichten Schlaf der Phase 2 ab. Im Laufe der Nacht werden sich noch mehrfach REM-Schlaf, Tiefschlaf und leichter Schlaf abwechseln. Insgesamt verbringen wir rund 20 bis 25 Prozent unseres Nachtschlafs im Traumschlaf, weitere 20 bis 25 Prozent im Tiefschlaf der Phasen 3 und 4. Die restliche Zeit herrscht der leichte Phase 2-Schlaf vor.

Im Gegensatz dazu verbringen neugeborene Säuglinge noch mehr als die Hälfte ihrer Schlafzeit in einem aktiven, der REM-Phase ähnlichen Schlaf, die andere Hälfte dagegen in einem ruhigen, noch nicht eindeutig in Phasen unterteilbaren Schlafzustand.

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