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Montag, 13.02.2012
Zukunft „Made in Germany“
Solarenergie als Wirtschaftsfaktor

Deutschland ist Europameister. Nur die Disziplin ist noch ziemlich unbekannt: Herstellung und Betrieb von Solarstromanlagen. Und mit einer installierten Leistung von insgesamt 400 Megawattpeak und einer jährlichen Solarzellenproduktion von 150 Megawattpeak ist Deutschland nicht nur führend in Europa, sondern sogar nach Japan weltweit die Nummer zwei auf dem Photovoltaik-Markt.

Solarfabrik 
Solarfabrik
© DGS / Solar World AG
Dabei war noch 1997 kein einziger großer Solarzellenhersteller in Deutschland ansässig. Erst durch die staatliche Förderung der Branche siedelten sich Firmen wie Shell, BP oder Infinion an – heute die weltweiten Triebfedern der Solarbranche. Auch wenn Anfang 2004 der Anteil der Solarenergie am deutschen Stromverbrauch mit 0,06 Prozent noch verschwindend gering ist, so hat sie doch weltweit die größten Ausbaupotenziale aller Erneuerbaren Energien. Nach Einschätzung des BMU dürfte in 20 Jahren der globale Jahresumsatz über 100 Milliarden Euro betragen. Ein Kuchen, für dessen Verteilung schon heute die Weichen gestellt werden.

Arbeitsplätze
Aber die Photovoltaik ist nicht nur ein wichtiger Exportschlager. Derzeit gibt es nach Angaben der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft bereits 20.000 Arbeitsplätze in der deutschen Solarindustrie. Davon sind 10.000 im Bereich Solarwärme, 8.000 in der Photovoltaik und 2.000 im Bereich Dienstleistung und Forschung angesiedelt. Und das BMU rechnet bis 2006 mit weiteren 15.000 Arbeitsplätze alleine in der Photovoltaik. Damit entwickelt sich die Solarbranche zu einem wichtigen Industriezweig.

Solarfabrik Gelsenkirchen
Der erste große Impuls zum Solarstandort Deutschland wurde 1999 gegeben. Damals eröffnete Shell Solar in Gelsenkirchen die weltweit größte Solarfabrik. Mittlerweile werden dort jährlich zwölf Millionen Solarzellen mit einer Leistung von insgesamt 25 Megawatt produziert. Das entspricht umgerechnet rund 5.000 bis 8.000 typischen Einfamilienhaus-Dachanlagen. Damit hat sich die dortige Produktion seit ihrer Gründung mehr als verdoppelt. Ähnlich rasant wächst die gesamte Branche, denn seit 1999 stieg der gesamte Umsatz jährlich um durchschnittlich 30 Prozent.

Und die Rechnung zahlt der Bürger?
 Solarzelle
Solarzelle
© BMU / H.G. Oed
Die staatliche Förderung der Solarbranche hat natürlich ihren Preis. Neben den direkten Investitionen durch Regierung und Wirtschaft zahlen alle Bürger indirekt über ihre Stromrechnung für die Verbesserung der Photovoltaik – egal ob mit Solaranlage oder ohne. Denn die Energiekonzerne sind durch die Einspeisevergütung gesetzlich verpflichtet, den durch Solaranlagen erzeugten Strom aufzukaufen und mit mindestens 45,7 Cent pro Kilowattstunde zu bezahlen. Die entstehenden Mehrkosten für die Abnahme der teuren Energie dürfen die Konzerne auf alle Stromkunden umlegen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums zahlt jeder Verbraucher einen Euro im Jahr für diese indirekte Subventionierung. Bei der prognostizierten Verfünffachung der Solarstromleistung bis 2010 könnten diese Zusatzkosten auf 4,50 Euro steigen. Doch der Vergleich mit Subventionen anderer Energieträger mag Kritiker beruhigen: Noch im Jahr 2001 zahlte jeder Bürger für die Unterstützung der Steinkohle jährlich fast 50 Euro.

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