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Donnerstag, 09.02.2012
Nicht mehr Affe , noch nicht Mensch
Die Australopithecinen

Skelett der Australopithecinen-Frau  
Skelett der Australopithecinen-Frau "Lucy"
© Jim Foley
Den ersten "Südaffen" hatte bekanntlich Raymond Dart bereits1924 entdeckt und fälschlicherweise als "Missing link" bezeichnet. Die Australopithecinen werden im allgemeinen als die Vormenschen oder Prähominiden bezeichnet, weil sie schon so viele Merkmale besitzen, daß sie nicht mehr als Affen, aber auch noch nicht als Menschen bezeichnet werden können. Sie hatten noch ein kleines Gehirn, das mit 450 bis 800 Kubikzentimetern eher in der Nähe des Schimpansen (390 Kubikzentimeter) als des Menschen (1400 Kubikzentimeter) liegt. Obwohl sie ein Becken besaßen, das ihnen den aufrechten Gang ermöglichte, ähnelten sie in ihrer Lebensweise wohl eher den heutigen Schimpansen. Im Gegensatz zu den Menschenaffen besaßen sie jedoch keine langen Eckzähne, was Mahlbewegungen des Kiefers ermöglichte. Dies scheint eine Anpassung an das Zermahlen härterer pflanzlicher Nahrung gewesen zu sein.

Die Australopithecinen gingen zwei Millionen Jahre lang ohne wesentliche Vergrößerung der Gehirne aufrecht, was den Evolutionsbiologen Stephen Jay Gould zu dem Ausspruch veranlaßte: "Die Menschheit stand zuerst auf und wurde erst später klug". Vielleicht wurden durch die Bipedie die Hände frei zum Sammeln von Nahrung, was man gelegentlich auch bei Schimpansen und anderen Affen beobachten kann. Werkzeuge stellten erst ihre Nachfahren her.

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