Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Sonntag, 12.02.2012
Übersicht
Das Wichtigste in Kürze

  • "Der Mensch stammt vom Affen ab!" Diese Vorstellung ließ nach Darwins Veröffentlichung seiner "Entstehung der Arten" 1859 so manchen erschauern.


  • Der britische Anatom Thomas Henry Huxley, die "Bulldogge Darwins", machte in seinem 1863 erschienenen Buch klar, daß der Mensch eben nicht von heute lebenden (rezenten) Affenarten abstammte, sondern dass beide einen gemeinsamen Vorfahren hatten.


  • 1856 fand man bei Bergarbeiten im Neandertal bei Düsseldorf zufällig Knochenreste. Wegen ihrer Robustheit wurden sie zunächst für Teile eines Bärenskeletts gehalten, der Elberfelder Lehrer und Naturforscher Johann Karl Fuhlrott erkannte sie aber als eindeutig menschliche Überreste.


  • "Homo neanderthalensis" wurde 1863/64 vom irischen Geologen William King als direkter Vorfahr des modernen Menschen eingestuft.


  • Das Alter von Fossilien lässt sich mit der 14C-Methode bestimmen. Da dieses radioaktive Isotop beständig in 12C zerfällt, kann anhand des Verhältnisses von 14C zu 12C in einer Probe auf das Alter geschlossen werden.


  • Obwohl Stammbäume auf den ersten Blick so wirken, als hätte die Evolution der Hominiden vom "Australopithecus" bis zum "Homo sapiens sapiens" geradewegs zu uns geführt, landeten doch die meisten potentiellen Vorfahren in einer Sackgasse.


  • Die Australopithecinen werden im allgemeinen als die Vormenschen oder Prähominiden bezeichnet, weil sie schon so viele Merkmale besitzen, dass sie nicht mehr als Affen, aber auch noch nicht als Menschen bezeichnet werden können.


  • Etwa 2,5 Millionen Jahre vor heute trennt sich die Linie der Austrahlopithecinen auf. Fast gleichzeitig taucht der erste Mensch oder vielmehr der erste Vertreter der Gattung Mensch auf: der Homo habilis, der geschickte Mensch.


  • Vor etwa zwei bis 1,5 Millionen Jahren, zu Beginn des Pleistozäns, macht sich der "Mensch" zum ersten Mal auf, die Welt zu "erobern". Der Homo erectus, der "aufrechte Mensch" erscheint auf der Bildfläche.


  • Nach der Theorie des "multiregionalen Modells" ging der feingliedrige, leichte Homo sapiens aus den regionalen Homo-erectus-Nachfolgern hervor. Demnach war der Neandertaler unser direkter Vorfahre.


  • Nach der "Out Of Africa"- Hypothese entstand der Homo sapiens dagegen nur ein einziges Mal in Afrika. Der moderne Mensch und der Neandertaler hätten demnach eine Zeitlang parallel gelebt.


  • Die Untersuchung von mitochondrialen Gen-Sequenzen zeigte, dass die Aufspaltung der heutigen Menschen erst vor 200.000 Jahren stattfand. Viel zu spät für das "multiregionale Modell".


  • Zusätzlich wurde die Gen-Sequenz der Neandertaler aus Knochenresten rekonstruiert. Der Vergleich der Neandertaler-Sequenz mit den Sequenzen der Vertreter einzelner Kontinente ergab, dass der "Düsseldorfer" keinesfalls mit den modernen Europäern näher verwandt ist, als mit anderen modernen Populationen. Dies wäre aber zu erwarten gewesen, wenn der moderne Europäer ein direkter Nachfahre des Eiszeitjägers ist.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Übersicht
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Der Streit um den Neandertaler
Anmerkungen zur Evolution des Menschen
Der Mensch stammt vom Affen ab!
"... laßt uns beten, daß es nicht allgemein bekannt wird!"
Der Mensch stammt nicht vom Affen ab!
Haeckel, Huxley und das "Missing link"
Ein Düsseldorfer mit flacher Stirn
Pathologischer Fall oder Vorfahre des Menschen?
Wer findet den "Affenmenschen"?
Auf der Suche nach dem "Missing Link"
Fossilsucher und ihre Methoden
Wie die Paläontologen das Alter der Fossilien bestimmen
Wir arbeiten uns ran
Schicht für Schicht: die relative Datierung
Auf den Punkt
Die Halbwertszeit hilft weiter: die absolute Datierung
Im Spiegel der Zeit
Der Zerfall der Bausteine des Lebens
"Splitter" und "Lumper"
Vom Durcheinander zum Radikalschnitt
Der Stammbaum
Ein Weg voller Sackgassen
Nicht mehr Affe , noch nicht Mensch
Die Australopithecinen
Habilis, der Geschickte
Die frühen Hominiden I
Erectus, der Aufrechte
Die frühen Hominiden II
Die zwei großen Hypothesen
"OAA" oder "MRM"
Wo sind wir "entstanden"
Einmal in Afrika oder mehrmals in der Welt?
Die DNA und der Neandertaler
Was uns Gensequenzen über unseren Ursprung erzählen
Ein alter Bekannter kehrt zurück
Die mtDNA und der Neandertaler
8 : 27
Der Sequenzvergleich
"Der Neandertaler ist raus!"
"Das haben wir so nie gesagt"
Was die "Leader" sagen
Interview mit den Wissenschaftlern Chris Stringer und Milford H. Wolpoff
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Lake Wostok
Quallen
Aktuelle Dossiers
Wie eine lebende Haut
Neue Korrosionsschutzschichten sollen Defekte selbstständig heilen
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts