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Donnerstag, 09.02.2012
Ein alter Bekannter kehrt zurück
Die mtDNA und der Neandertaler

Rechter Oberarmknochen eines Neandertalers 
Rechter Oberarmknochen eines Neandertalers
© H. Lilienthal, Rheinisches Landesmuseum, Bonn
Erneuten Rückenwind erhielt die "Out of Africa"-Fraktion dann durch die Veröffentlichung einer aufsehenerregenden Untersuchung im Jahre 1997. Der deutsche Genetiker Matthias Krings und seine Kollegen des Labors Pääbo am Zoologischen Institut der Universität München, inzwischen Leipzig, hatten die mitochondriale-DNA des Neandertalers untersucht, der bereits 1856, also noch zu Zeiten Darwins, für Aufregung gesorgt hatte. Ein alter Bekannter der Paläoanthropologen stand wieder im Rampenlicht.

1991 hatte der Archäologe Ralf W. Schmitz ein interdisziplinäres Projekt zur umfassenden Untersuchung des Fossils von 1856 initiiert, das er seitdem koordiniert und leitet. "Was viel Freude, aber auch Ärger bereitet" wie er im Gespräch mit "G.O. - Wissen Online" erzählt. Die Forschergruppe aus München kümmert sich um die molekularbiologische und genetische Seite des sogenannten "namengebenden Fundes" aus dem Neandertal bei Düsseldorf.

Anstatt die mtDNA lebender Menschen zu vergleichen, extrahierten Krings und seine Kollegen mitochondriales Genmaterial aus dem rechten Oberarm des fossilisierten "Düsseldorfers". Ein bis dahin einmaliges Unterfangen. Daß der Neandertaler zehntausende von Jahren in einer Grotte vor Witterungsbedingungen verhältnismäßig gut geschützt lag, war das Glück der Wissenschaftler. So waren kleinste Reste organischen Materials erhalten geblieben.

Aus den winzigen Mengen einer 1,4 Zentimeter dicken und 3,5 Gramm leichten Halbscheibe des Oberarms förderten die Genetiker soviel Mitochondrien-DNA zu Tage, daß es für den Vergleich Neandertaler - Mensch ausreichte.

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