Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Samstag, 04.02.2012
Ein Düsseldorfer mit flacher Stirn
Pathologischer Fall oder Vorfahre des Menschen?

Kalotte des Neandertalers 
Kalotte des Neandertalers
© H. Lilienthal, Rheinisches Landesmuseum, Bonn
Bereits 1856 waren bei Bergarbeiten im Neandertal bei Düsseldorf zufällig Knochenreste entdeckt worden. Sie wiesen eigenartige morphologische Besonderheiten auf. Vor allem wegen ihrer Robustheit hatte man die Knochen zunächst für Teile eines Bärenskeletts gehalten, der Elberfelder Lehrer und Naturforscher Johann Karl Fuhlrott erkannte sie aber als eindeutig menschliche Überreste.

Uneinig waren sich die "Großen" der Wissenschaft allerdings über das Alter der Knochen. Fuhlrott und die englischen Gelehrten Huxley und Lyell gingen von einem "sehr hohen Alter" des "Neandertalers" aus. Andere, wie etwa der berühmte Anatom und Pathologe Rudolf Virchow, konnten dem überhaupt nicht zustimmen. Nach Virchows Meinung waren die besondere Beschaffenheit der Knochen, ihre Robustheit und Dichte und der wie plattgedrückte Schädel die Folge einer Krankheit eines "heutigen" Menschen.

Der irische Geologe William King beschäftigte sich schließlich 1863/64 mit dem Fund aus dem Neandertal. Nach seinen Ergebnissen stammten die Skelettreste nicht von einem Vertreter der Art "sapiens" der Gattung Homo, sondern um eine andere, ausgestorbene menschliche Art. Er gab dem "Kind" endlich einen Namen: "Homo neanderthalensis" und machte ihn damit zu einem direkten Vorfahren des modernen Menschen.

130 Jahre später meldeten die Nachrichtenagenturen, daß eben dies nicht der Fall sei.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Übersicht
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Der Streit um den Neandertaler
Anmerkungen zur Evolution des Menschen
Der Mensch stammt vom Affen ab!
"... laßt uns beten, daß es nicht allgemein bekannt wird!"
Der Mensch stammt nicht vom Affen ab!
Haeckel, Huxley und das "Missing link"
Ein Düsseldorfer mit flacher Stirn
Pathologischer Fall oder Vorfahre des Menschen?
Wer findet den "Affenmenschen"?
Auf der Suche nach dem "Missing Link"
Fossilsucher und ihre Methoden
Wie die Paläontologen das Alter der Fossilien bestimmen
Wir arbeiten uns ran
Schicht für Schicht: die relative Datierung
Auf den Punkt
Die Halbwertszeit hilft weiter: die absolute Datierung
Im Spiegel der Zeit
Der Zerfall der Bausteine des Lebens
"Splitter" und "Lumper"
Vom Durcheinander zum Radikalschnitt
Der Stammbaum
Ein Weg voller Sackgassen
Nicht mehr Affe , noch nicht Mensch
Die Australopithecinen
Habilis, der Geschickte
Die frühen Hominiden I
Erectus, der Aufrechte
Die frühen Hominiden II
Die zwei großen Hypothesen
"OAA" oder "MRM"
Wo sind wir "entstanden"
Einmal in Afrika oder mehrmals in der Welt?
Die DNA und der Neandertaler
Was uns Gensequenzen über unseren Ursprung erzählen
Ein alter Bekannter kehrt zurück
Die mtDNA und der Neandertaler
8 : 27
Der Sequenzvergleich
"Der Neandertaler ist raus!"
"Das haben wir so nie gesagt"
Was die "Leader" sagen
Interview mit den Wissenschaftlern Chris Stringer und Milford H. Wolpoff
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen