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Montag, 13.02.2012
Die vernetzte Stadt
Über die Allgegenwärtigkeit des Internets und die Folgen für die Stadt

Im Übergang zur Informationsgesellschaft ist das Internet schon jetzt allgegenwärtig. Die Grenzen von Zeit und Raum verschwimmen und es bieten sich ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation, Informationsbeschaffung, des Arbeitens und des Lebens allgemein.

Telearbeit 
Telearbeit
© IMSI MasterClips
Längst finden sich viele städtische Angebote auch im Netz wieder. Über das Online-Banking können nahezu alle Bankgeschäfte abgewickelt werden und auch andere Dienstleistungsangebote sind im World Wide Web präsent. Die Integration städtischer Behörden ins Internet steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch lange wird es nicht mehr dauern, bis uns der Gang zum Amt erspart bleibt. Auch gewählt wird wohl bald per Mausklick. Die Versorgung ist gesichert - alles läßt sich übers Internet bestellen, angefangen von der Zahnbürste bis hin zur noblen Jacht.

In der Freizeit besuchen wir virtuelle Bibliotheken, schauen uns aktuelle Kinofilme an oder chatten mit Freunden. Und nicht zu letzt bietet das Internet die Möglichkeit, von zu Hause oder jedem beliebigen Ort der Welt zu arbeiten. Telearbeit verbreitet sich zunehmend und wird mit dem weiteren Anstieg tertiärer Berufe an Bedeutung gewinnen.

Befinden wir uns auf dem Weg in die virtuelle Stadt? Wird es in Zukunft zu der sichtbaren Stadt eine unsichtbare geben und welche Auswirkungen kann dies auf die physisch existierende Stadt haben? Für die virtuelle Stadt gelten keine klassischen Definitionen mehr. Getrennt von Zeit und Raum werden Merkmale wie Dichte und administrative Grenzen hinfällig. Für Verdichtungsräume und Zentren könnte dies bedeuten, dass Standortvorteile entfallen und sich das Potential zu Flächenausbreitung erhöht. War zuvor die "Flucht ins Grüne" für die Suburbanisierung verantwortlich, so könnte in Zukunft das Internet zur Auflösung der Stadt beitragen. Der positive Effekt: der Verkehr wird abnehmen.

Noch wird es einige Jahre dauern bis das Internet flächendeckend verbreitet ist. Doch die Entwicklung wird durch Anwendungs- und Demonstrationsprojekte vor allem von politischer Seite gefördert. Einige Städte bemühen sich, kostenlose Internetzugänge für ihre Bürger anzubieten - zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. In San Francisco will man mit dem Multimediaviertel SOMA das Paradebeispiel für eine Internetstadt schaffen. In dem ehemals heruntergekommenen Stadtteil ließen sich in den 90er Jahren junge Leute aus der Software-, Multimedia-, Unterhaltungs- und Finanzbranche nieder. Für viele von ihnen wurde die Wohnung zum Arbeitsplatz. Nun wird das Viertel rundum vernetzt. Drahtloser Netzzugang, Internet-Schulen, digitales TV, Videokonferenzsysteme und digitale Kunstprojekte werden zur Selbstverständlichkeit.

Die fortschreitende technische Entwicklung wird das Netz allgegenwärtig machen. Mit Waschmaschinen, Kühlschränken oder Mikrowellen durch das World Wide Web surfen ist nicht mehr neu. Zukünftig wird mobile Internettechnologie auch in die Kleidung integriert. Weder spürbar noch sichtbar sind wir dann permanent mit dem Internet verbunden.

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