|
| Warum Tiger einzeln jagen |
| Wann ist Gruppenbildung sinnvoll? |
|
|
|
 | | Bei der Jagd ist der Tiger ein Einzelgänger © IMSI Masterclips | Wenn die Bildung von Gruppen so sinnvoll und vorteilhaft ist, warum gibt es dann überhaupt noch einzeln lebende Tiere? Warum etwa jagen Löwen im Rudel, Tiger aber alleine? Welchen Vorteil haben Löwen von der gemeinsamen Jagd, der es wert ist, dass die Beute unter mehreren aufgeteilt werden muss?
Es gibt verschiedene Faktoren, die einen Zusammenschluss mehrerer Individuen beeinflussen.
Die Speisekarte
Eine wichtige Rolle spielt das Nahrungsangebot. Allgemein gilt: je weniger Futter vorhanden ist, desto weniger lohnt sich das Teilen. Wenn die Nahrung knapp ist, ist es günstiger, alleine auf die Jagd oder die Suche zu gehen, als eine ganze Gruppe mit durchfüttern zu müssen.
In weiten, offenen Landschaften ist die Nahrung zudem meist unregelmäßig verteilt. Säugetiere, die in der Savanne leben, schließen sich daher oft zu Gruppen zusammen, denn zu mehreren können die Tiere die Landschaft besser absuchen. Sobald eines der Gruppenmitglieder Futter gefunden hat, profitiert dann die ganze Sippe davon. Je größer das Terrain ist, in dem die Nahrung gesucht wird, desto schwieriger ist es auch dieses gegen Konkurrenten zu verteidigen. Auch dann zahlt sich eine Gruppe aus.
Waldbewohner dagegen sind öfter Einzelgänger. Nahrungsquellen sind hier gleichmäßiger verteilt und leichter zu finden. Daher streifen auch Tiger im Regelfall allein durch die Wälder.
Die Jagd
Wären Spitzmäuse die bevorzugte Beute von Hyänen, würden diese wohl kaum im Rudel jagen. Das Aufteilen der Beute würde vermutlich doch zu schwierig werden. Bei Beutetieren, die die Größe des Angreifers übertreffen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Zu groß darf die Gruppe allerdings nicht werden, da die Jäger mobil genug bleiben müssen, um sich mit den umherziehenden Herden leicht mitbewegen zu können.
Verteidigung
"Gemeinsam sind wir sicherer" gilt zwar oft, aber nicht immer. Natürlich kann sich eine Herde besser verteidigen als ein Einzeltier und viele Räuber lassen sich so leichter abschrecken. Eine große Gruppe kann auch erst die Aufmerksamkeit des Räubers auf sich ziehen, wo ein einzelnes Tier noch unbemerkt geblieben wäre. Eine Horde von 500 Chamäleons etwa würde wohl trotz an die Umgebung angepasster Körperfarbe kaum einem Fressfeind entgehen.
Eine Gruppe kann aber auch schützen. In einem Fischschwarm, der von einem Hai angegriffen wird, versucht jeder Fisch, sich möglichst schnell zu entfernen. Der Angreifer kann die durcheinanderwirbelnden Fische optisch nicht mehr auflösen, es wird schwieriger, sich einen Fisch gezielt zu fassen.
Das gesellige Leben ist also nicht immer von Vorteil, sondern je nach Nahrungsangebot, Beute und Räuberdruck sinnvoll oder nicht.
|
|
| zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | weiter |
|
Stand 26.06.2002 |
|
Artikel drucken
Dossier komplett anzeigen |
|
|
|