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Tiere einer Art schließen sich häufig zu Gruppen zusammen. Je nach Größe der Gemeinschaft können Paare, Rudel (drei bis zehn Mitglieder) und Herden bzw. Schwärme (mehrere tausend Mitglieder) leicht unterschieden werden. Aber die Gruppengröße allein bringt es nicht. Ein Bienenstock ist sicher nicht ohne weiteres mit einem Fischschwarm zu vergleichen, obwohl beide eine ähnliche Anzahl an Individuen aufweisen können. Neben der Größe gibt es verschiedene Gruppenstrukturen, die jeweils unterschiedliche Voraussetzungen an das soziale Verhalten ihrer Mitglieder stellen:
Aggregation
| |  | Von der Strömung zusammengetriebene Quallen © NOAA | Eine Schar von Mücken, die in der Nacht um eine Lichtquelle kreist, eine Ansammlung von Quallen, die durch die Meeresströmung in eine Bucht getrieben werden oder eine Schar Menschen, die vor dem Kaufhaus ungeduldig auf den einsetzenden Sommerschlussverkauf wartet, stellt eine Aggregation dar. Die einzelnen Mitglieder dieser Gruppierungen kennen sich nicht, sie haben keinerlei erkennbare sozialen Beziehungen zueinander. Es handelt sich vielmehr um eine zufällige Ansammlung von Individuen, die sich durch bestimmte Umweltbedingungen (den Lichtschein, die Meeresströmung oder die erwartete Öffnung des Kaufhauses) zusammengefunden haben. Weitere mögliche Faktoren für eine Aggregation wären etwa geeignete Futterbedingungen oder eine optimale Temperatur.
Offener anonymer Verband
 | | Fischschwarm - ein offener anonymer Verband © NOAA | Wird eine Antilope in der Savanne von ihrer Herde getrennt, wird sie bestrebt sein, sich dieser oder einer anderen Antilopenherde wieder anzuschließen - was ihr in der Regel auch ohne weiteres gelingt. Antilopen leben in einem offenen anonymen Verband, die Mitglieder kennen sich nicht untereinander, daher wird jeder Artgenosse in die Gruppe mit aufgenommen. Ähnlich sind Fischschwärme strukturiert - sie sind nicht an feste Orte gebunden und einzelne Individuen können sich vom Verband entfernen oder sich diesem anschließen. Auch einzelne Menschen können sich zum Beispiel von einer Straßen-Demonstration leicht entfernen oder mitlaufen.
Geschlossener anonymer Verband
| |  | Bienenstaat - ein geschlossener anonymer Verband © IMSI Masterclips | Die Voraussetzung für einen geschlossenen Verband besteht darin, dass sich die Gruppenmitglieder untereinander erkennen. Im geschlossenen anonymen Verband kennen sich nicht die einzelnen Individuen - das wäre in einem Bienenstaat mit bis zu 70.000 Mitgliedern auch etwas viel verlangt - aber sie wissen, wer zur Gruppe gehört und wer nicht. Bei Insektenstaaten spielen Duftstoffe eine besondere Rolle bei der Erkennung. So wird eine Ameise, die nicht den richtigen Duft trägt, von den Mitgliedern eines Verbandes als fremd eingestuft, selbst wenn sie der selben Art angehört.
Menschen orientieren sich eher optisch als über Duftmarken. Daher erkennen sich die Mitglieder einer Reisegruppe auch eher über farbige Käppies der Reisegesellschaft als über den Duft der hauseigenen Seife im Hotel.
Geschlossener individualisierter Verband
Die Mitglieder eines Löwenrudels oder einer Gruppe von Bonobos erkennen sich persönlich an Lauten, am Geruch und am Aussehen. Auch wir Menschen sind in der Lage, Familienmitglieder oder Arbeitskollegen ohne Schwierigkeiten zu identifizieren. Fremde können nicht ohne weiteres in die Gruppe eintreten, aber natürlich gibt es Ausnahmen, schon um die genetische Vielfalt zu gewährleisten.
In individualisierten Verbänden spielen soziale Kontakte eine große Rolle, oft gibt es eine festgelegte Rangordnung.
Die Vielfalt von Gruppierungen, Verbänden und Schwärmen im Tierreich ist erstaunlich groß und findet sich von Bakterien oder Amöben bis hin zu Insekten oder Primaten in fast allen systematischen Gruppen.
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