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Montag, 13.02.2012
"Orca der Killerwal" oder "Free Willy"?
Die blutige Welt der Schwertwale

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Orcinus orca


  • Länge: bis 10 Meter


  • Gewicht: bis 10 Tonnen


  • Geschwindigkeit: bis 55 km/h


  • Tauchzeiten: bis 15 Minuten


  • Verbreitung/Lebensraum: weltweit in allen Ozeanen


  • Nahrung: Fische, Kalmare Vögel, Seehunde, Wale, Delfine...


  • Fortpflanzung: alle 5 bis 6 Jahre ein Kalb nach einer Tragzeit von bis zu 17 Monaten.


 
"Orca - der Killerwal"
© NOAA
"Orca - der Killerwal", "Mörderwale greifen an" - die Geschichten und Filme, die sich um den Schwertwal oder Orca ranken, sind häufig genug sehr blutrünstig. Auch wenn Orcas nur selten oder nie Menschen angreifen, haben sie ihren Namen doch nicht ganz zu Unrecht erhalten. Fische, Kopffüßer, Robben, Vögel, ja sogar andere Wale - Schwertwale jagen und verspeisen mehr oder weniger alles, was in ihre Reichweite gerät. Das mächtige Gebiss der Orcas mit bis zu 28 großen, kräftigen, zugespitzten Zähnen leistet ihnen dabei gute Dienste. Kleinere Delfine, Vögel oder Schweinswale verschlingt er gleich im Ganzen. Dabei reicht ein einziges Opfer längst nicht aus um den Hunger des Orcas zu stillen. Wissenschaftler fanden im Vormagen eines nicht mal besonders großen Schwertwals 13 fast vollständig unversehrte Delfine und dazu, quasi als Nachtisch, 14 Seehunde.

Sogar auf Eisschollen sollten sich potentielle Beutetiere der Schwertwale niemals zu sicher fühlen. Denn die gewaltigen Orcas sind problemlos in der Lage, ihren Körper vollständig aus dem Wasser zu katapultieren und die Opfer im Flug mit sich zureißen. Gerne jagen und leben Schwertwale in bis zu 50 Köpfen großen Schulen. Jagdaufträge und Beute werden dabei gerecht verteilt. Solche Herden trauen sich dann sogar an große Bartenwale wie den Blauwal heran. Immer wieder reissen sie gewaltige Fleischstücke aus den Brust- und Schwanzflossen oder dem Körper des Gegners. Schon bald zeigen die Attacken den gewünschten Erfolg: Der Blutzoll, den der Blauwal bezahlen muss, ist zu groß, das Tier stirbt. Dann beginnt aber erst das eigentliche Gemetzel, denn der Gigant der Meere wird nach und nach von der Herde Orcas zerlegt und verspeist.

Tierische Gegner müssen die Orcas deshalb verständlicherweise kaum befürchten. Auch bei den Schwertwalen ist der Mensch der Hauptfeind. Vor allem bei den Fischern sind die Orcas sehr unbeliebt, fressen sie ihnen doch die Beute in großen Mengen weg. Und noch ein anderes Problem macht den Orcas zu schaffen. In ihren Körpern - so haben amerikanische Wissenschaftler der University of California festgestellt - sammeln sich mit der Zeit große Mengen an Schadstoffen an. Kein Wunder, denn die Orcas stehen am Ende der Nahrungskette und vertilgen Massen an Beutefischen, die zum Teil extrem mit Umweltgiften belastet sind. Wie sich dieses Phänomen auf die Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere auswirkt, ist bisher noch nicht endgültig geklärt.

Typisch für den Schwertwal ist die originelle Schwarz-Weiß-Färbung mit dem auffälligen weißen Fleck hinter dem Auge und die namensgebende überdimensionale Fluke. Sie kann gelegentlich eine Länge von fast zwei Metern erreichen. Der Vortrieb durch die Ruderschläge mit der mächtigen Fluke reicht aus, um an der Wasseroberfläche akrobatische Kunststückchen wie Sprünge oder Flipperschlagen zu zeigen - Free Willy lässt grüßen.

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