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Freitag, 19.03.2010
Meilensteine
Chronologie der Genetik

1866
Der Augustinermönch Gregor Mendel veröffentlicht seine Beobachtungen über die Vererbung bei Erbsen. Hiernach werden Merkmale dominant oder rezessiv weitervererbt.

1869
Der Basler Biologe Friedrich Miescher entdeckt die Nukleinsäure, dass "N" der DNA.

1900
Carl Correns, Erich von Tschermak und Hugo de Vries bestätigen unabhängig voneinander Mendels Vererbungstheorie.

1901
Hugo de Vries entdeckt bei der Nachtkerzenpflanze die Entstehung eines neuen Merkmals. Die scheinbar sprunghafte Veränderung eines Gens nennt er Mutation.

1902
Walter Sutton stellt eine Chromosomentheorie der Vererbung auf.

1905
William Bateson führt den Begriff "Genetik" ein.

1909
Wilhelm Johannsen prägt den Begriff des Gen als Einheit der Vererbung.

1910
Die Experimente des amerikanischen Biologen Thomas Hunt Morgan an der Taufliege Drosophila melanogaster belegen, dass die Gene hintereinander auf den Chromosomen angeordnet sind.

1931
Phoebus Leven beschreibt die Zusammensetzung der DNA aus dem Zucker Desoxyribose, einer Phosphatgruppe und einer der vier Basen Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin. Die DNA gilt jedoch noch nicht als Träger der Erbinformation.

1940
Oswald Avery, Colin Macleod und Maclyn McCarty beweisen, dass nicht Proteine sondern Nukleinsäuren die genetische Information übertragen.

1944
Erwin Chargaff findet heraus, dass die relative Menge der vier Basen von Art zu Art variiert. Außerdem treten die Basen Adenin und Thymin sowie Guanin und Cytosin paarweise auf.

1951
Rosalind Franklin und Maurice Wilkins liefern erste Röntgenstrukturaufnahmen des DNA-Moleküls.

1953
James Watson und Francis Crick stellen am 23. April 1953 in der Zeitschrift Nature ein räumliches Modell der DNA-Doppelhelix vor.

1956
Joe Han Tijo und Albert Levan beziffern die Anzahl der menschlichen Chromosomen auf 46 (23 Paare).

1963
Marshall Nirenberg entschlüsselt den genetischen Code: Jeweils drei Basen legen eine Aminosäure fest.

1971
Geburtsstunde der Gentechnik: Herbert Boyer, Annie Chang und Stanley Cohen erzeugen ein neu kombiniertes DNA-Molekül aus viraler und bakterieller DNA und schleusen es in Bakterien ein.

1977
Herbert Boyer und Robert Swanson starten mit ihrer Firma Gerentech die industrielle Produktion von Insulin aus gentechnisch veränderten Bakterien.

1983
Kary Mullis entwickelt die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), mit der DNA-Abschnitte beliebig oft
vervielfältigt werden können.

1985
Der Brite Alec Jeffreys entwickelt die Technik des genetischen Fingerabdrucks.

1990
Das internationale Humangenomprojekt startet in den USA mit einem drei Milliarden Dollar Budget und einer Laufzeit von 15 Jahren. 1995 beginnt die Humangenomforschung auch in Deutschland.

1995
Die erste vollständige Genomsequenz eines Organismus, des Bakteriums Haemophilius influenzae, wird von Craig Venter, Claire Fraser und Hamilton Smith publiziert.

1996
Die Sequenzierung des ersten Genoms eines höheren Organismus, der Bierhefe Saccharomyces cerevisiae, durch eine internationale Forschergruppe wird abgeschlossen.

1997
Geburtsjahr des Klonschafs Dolly.

1998
Das Genom des ersten Vielzellers, des Rundwurms Caenorhabditis elegans, liegt sequenziert vor.

1999
Die Sequenz des menschlichen Chromosoms 22 wird veröffentlicht.

2001
Das internationale Humangenomprojekt (HPG) und die Privatfirma des Genetikers Craig Venter Celera Genomics veröffentlichen zeitgleich in den Zeitschriften Nature und Science die noch fehlerhafte und unvollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms.

2003
Im April 2003 gibt das HPG nach 13 Jahren Arbeit die vollständige Entzifferung des menschlichen Erbguts bekannt.

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