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Sonntag, 12.02.2012
Von Sensoren, Seismographen und Beobachtungsnetzen
Der Merapi wird rund um die Uhr überwacht

Transport der Instrumente zur Überwachung des Merapi 
Transport der Instrumente zur Überwachung des Merapi
© GFZ Potsdam
Eine systematische Überwachung des Merapi begann schon in den 30iger Jahren unseres Jahrhunderts. Die damalige holländische Kolonialregierung erbaute fünf Beobachtungsstationen an den Flanken des Vulkans. Sie waren mit einem Seismographen, meteorologischen Sensoren und, in neuerer Zeit, Sensoren zur Bestimmung des Gehaltes an Schwefeldioxyd der vulkanischen Gaswolke ausgerüstet.

Das wesentliche Element des Überwachungssystems waren jedoch Observatoren, die den Aktivitätszustand des Vulkans rund um die Uhr visuell beobachteten und jede Veränderung weiterleiteten - eine Praxis, die bis zum heutigen Tage beibehalten wurde.

Seit Beginn der 80iger Jahre wird das instrumentelle Beobachtungsnetz im Rahmen internationaler Kooperationen zwischen dem vulkanologischen Dienst Indonesiens (VSI) und Forschergruppen aus Deutschland, Frankreich, den USA und Japan ausgebaut. Das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) baut seit Mitte 1994 ein interdisziplinär ausgerichtetes Geländeobservatorium am Vulkan Merapi auf, seit 1997 mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Insgesamt 18 Universitäten und geowissenschaftliche Einrichtungen in Indonesien und Deutschland beteiligen sich am Projekt MERAPI (Mechanism Evaluation, Risk Assessment, Prediction Improvement). Ziel ist es, das Verständnis vulkanologischer Prozesse und Mechanismen zu vertiefen, Methoden zur Gefährdungsabschätzung zu verbessern und Strategien für eine mittel- bis kurzfristige Vorhersage vulkanischer Ereignisse zu entwickeln.

Die Vielzahl der Experimente läßt sich in drei Gruppen zusammenfassen:

  • Beurteilung des Aktivitätszustands durch kontinuierliche Erfassung vulkanischer Aktivitätsparameter;


  • Abbildung des inneren Aufbaus des Vulkangebäudes durch geophysikalische Strukturuntersuchungen, und


  • Bestimmung des explosiven Mechanismus' und der Eruptionsgeschichte mittels geologisch-vulkanologischer Feld- und Laboruntersuchungen.

Ein dichtes Netz aus Messstationen zeichnet die für das vulkanische Geschehen relevanten Parameter kontinuierlich auf. Die Daten werden per Funk an die Zentrale in Yogyakarta übermittelt. Die wichtigsten Aktivitätsparameter eines Vulkans sind vulkanische Erdbeben, Verformungen des Vulkangebäudes sowie Veränderungen in der Zusammensetzung und Menge der ausgestoßenen Gase.

Prinzipiell lassen sich zeitliche und räumliche Veränderungen in diesen Messgrößen auf Bewegungen und Entgasungsprozesse des Magmas im Innern des Vulkans zurückführen. Zur Zeit sind diese Zusammenhänge nur in ihren Grundzügen bekannt. Man kann jedoch erwarten, daß über ein genaueres Verständnis der internen Prozesse künftige Eruptionen besser als bisher vorhergesagt werden können. Voraussetzung ist, dass die Quellen der Messsignale genau bekannt sind und daß externe Störungen, vor allem meteorologische Effekte, aus den Daten entfernt werden können.

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