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Die Zerstörungswut der gewaltigen Wetterphänomene ist unvorstellbar und verursacht immense Sachschäden. Doch wie hoch sind die Kosten dieser Naturkatastrophen? Hier eine Übersicht der zehn "teuersten" Hurrikans, das heißt der Hurrikans, die den größten volkswirtschaftlichen Schaden verursacht haben.
 | | Die zehn teuersten Hurrikans © MMCD/Schlotterbeck  | Die meisten verfügbaren Statistiken über die von Hurrikans verursachten Schäden beziehen sich nur auf die Auswirkungen auf amerikanischen Boden. Diese Tabelle wurde mit Hilfe der Schadensreporte der Münchener Rück erstellt und umfasst auch die teilweise erheblich stärkeren Verwüstungen außerhalb der USA. "Schaden in Mio US$" bezeichnet den volkswirtschaftlichen Schaden zum jeweiligen Zeitpunkt des Hurrikans. Die Summen sind nicht inflationsbereinigt.
Auffallend ist, dass keiner der zehn hier aufgeführten Hurrikans länger als 16 Jahre zurückliegt. Ein Beleg dafür, dass Hurrikans heute mehr (Sach-)Schäden anrichten, als in der Vergangenheit. Die Ursache dafür ist allerdings nicht eine Zunahme der Hurrikanstärke sondern eher die stärkere Bebauung und dichtere Besiedelung der gefährdeten Küstengebiete. Während die Anzahl der Todesopfer (zumindest in den USA) relativ gering bleibt, könnte ein einzelner Hurrikan heute in einer Größenordnung von 100 Milliarden US-Dollar Schäden verursachen.
1. Hurrikan Andrew (16.-28.08.1992)
Betroffenes Gebiet: Bahamas, USA
Schäden in Mio. US$: 30.000
Tote: 26
Andrew wird als zunächst harmlos erscheinender Tiefdruck-Sturm in der Nähe von Kap Verde geboren. Er überquert am 14. August 1992 die Westküste von Afrika und zieht 400 Kilometer in nordwestlicher Richtung an den kleinen Antillen vorbei. Am 22.08. erreicht Andrew 800 Kilometer nördlich von Puerto Rico unerwartet Hurrikan-Stärke. Sein Auge bildet sich, er ändert seine Richtung auf West und steuert damit plötzlich auf die Bahamas und Miami zu. Einen Tag später zieht der Hurrikan der Kategorie 4 bis 5 über die Bahamas hinweg - einige Inseln werden verwüstet. Das Auge des Sturms erreicht am nächsten Morgen Florida in der Region zwischen Miami und Florida City. Dort vernichtet der Hurrikan 63.000 Wohnungen, 250.000 Menschen werden obdachlos. Andrew zieht weiter über den Golf von Mexiko, wo er 200 Ölplattformen teilweise bis zum Totalverlust beschädigt. Am Morgen des 26.09. erreicht er als Hurrikan der Stärke 3 dünn besiedeltes Gebiet im US-Bundesstaat Louisiana - nur 130 Kilometer südöstlich von New Orleans entfernt - und verliert dort schnell an Stärke.
2. Hurrikan Georges (15.09. – 01.10.1998)
Betroffenes Gebiet: Karibik, USA
Schäden in Mio. US$: 10.000
Tote: 602
Georges entsteht aus einem Tiefdruck-Sturm, der am 13. September 1998 die afrikanische Westküste überquert. Eine Woche später erreicht er die Kategorie 4und passiert erst die kleinen Antillen - Antigua, St. Kitts und Nevis - und fegt dann über Puerto Rico hinweg. Am 22.09. überquert Georges die Dominikanische Republik und Haiti, wo sintflutartige Regenfälle niedergehen, die enorme Fluten sowie Schlammlawinen hervorrufen. 589 Menschen sterben. Der Hurrikan streift weiterhin die Nordküste Kubas. Drei Tage später erreicht Georges die Insel Key West/Florida. Am Morgen des 28.09. landet er in der Nähe von Biloxi/Mississippi, von wo aus er als tropischer Sturm langsam wieder ostwärts bis Florida zieht.
3. Hurrikan Hugo (10. – 22. 09.1989)
Betroffenes Gebiet: Karibik, USA
Schäden in Mio. US$: 9.000
Tote: 61
| |  | Hurrikan Hugo © NASA | Hugo entsteht am 10. September 1989 vor der afrikanischen Küste. Zum Hurrikan wird er am 13.09., um zwei Tage später bereits Kategorie 5 zu erreichen. Über Guadeloupe und den Nordosten von Puerto Rico Richtung Nordwesten ziehend erreicht Hugo als Hurrikan der Kategorie 4 am Morgen des 22.09. die Küste von South Carolina - in der Nähe der Stadt Charleston, die er größtenteils dem Erdboden gleichmacht. Das ganze Gebiet ist so genanntes Marschland, es sind jedoch keinerlei schützende Deiche vorhanden. Aus diesem Grund werden Teile der Stadt bis zu zwei Meter unter Wasser gesetzt, was zu katastrophale Schäden führt. Abschwächend zieht Hurrikan Hugo am selben Tag noch als tropischer Sturm weiter durch die US-Bundesstaaten North Carolina, Tennessee, Virginia und Columbia.
4. Hurrikan Mitch (22.10. – 05.11. 1998)
Betroffenes Gebiet: Mittelamerika
Schäden in Mio. US$: 5.500
Tote: 9.086
Mitch bildet sich am 22. Oktober 1998 vor der Nordküste von Panama im Karibischen Meer und zieht zuerst in nördliche Richtung. Hurrikanstärke erreicht er am 24.10. und dreht daraufhin in westliche Richtung ab. Zwei Tage später erreicht Mitch einen Druck von 905 hPa und ist damit der stärkste Oktober-Hurrikan überhaupt. Von Honduras aus zieht er als tropischer Sturm über Guatemala und Mexiko und erreicht Anfang November (02.11.) den Golf von Mexico. Traurige Gesamtbilanz: 9.086 Tote und weitere 9.191 Vermisste. Allein in Honduras sind 50 Prozent der Ernte und mindestens 70.000 Häuser vernichtet. In Nikaragua geht eine Schlammlawine nieder, die zehn Dörfer unter sich begräbt. Die betroffenen Regionen werden nach UNO-Schätzungen in der Entwicklung um zwei Jahrzehnte zurückgeworfen.
5. Hurrikan Fran (23.08. – 08.09.1996)
Betroffenes Gebiet: USA
Schäden in Mio. US$: 5.200
Tote: 34
Fran entsteht aus einem Tiefdruck-Sturm, der am 22. August 1996 die Westküste von Afrika überquert. Nur vier Tage vorher wurde hier bereits Hurrikan Edouard zum Leben erweckt, in dessen Wirbelströmung sich Fran fortan bewegt. Bereits am 29.08. erreicht der Wirbelsturm Hurrikanstärke, flaut aber durch Wechselwirkung mit Edouard wieder ab. Zwei Tage später wird Fran erneut zum Hurrikan und erreicht kurze Zeit darauf Kategorie 3 der Hurrikanskala. Am 06.09. gegen 0:30 Uhr fällt Fran in North Carolina ein und verwüstet dabei durch sein großes Wirbelfeld weite Teile der Küste. Der Hurrikan zieht weiter in Richtung Virginia und schwächt dabei zum tropischen Sturm ab. Fast eine halbe Million Einwohner und Touristen werden evakuiert, 4,5 Millionen Menschen sind ohne Strom. Hurrikan Fran ist verantwortlich für 34 Tote - die meisten durch Überschwemmungen.
6. Isabel (06. – 19.09.2003)
Betroffenes Gebiet: USA
Schäden in Mio. US$: 5.000
Tote: 16
7. Floyd (07. – 17.09.1999)
Betroffenes Gebiet: Bahamas, USA
Schäden in Mio. US$: 4.500
Tote: 57
8. Opal (27.09. – 05.10.1995)
Betroffenes Gebiet: USA
Schäden in Mio. US$: 3.000
Tote: 59
9. Gilbert (08. – 19.09. 1988)
Betroffenes Gebiet: Karibik, Mexiko, USA
Schäden in Mio. US$: 3.000
Tote: 200
10. Iniki (11. – 12.09.1992)
Betroffenes Gebiet: Hawaii
Schäden in Mio. US$: 3.000
Tote: ?
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