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Sonntag, 12.02.2012
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Das Wichtigste in Kürze

  • Schon seit Jahrhunderten erzählen Kapitäne und Matrosen ihre Geschichten von todbringenden Killerwellen, die sich ohne Vorwarnung auftürmen, schwere Verwüstungen anrichten und genauso schnell wieder verschwinden wie sie aufgetaucht sind.


  • Während man solche Wellen früher dür Seemannsgarn hielt, sind heute durch wissenschaftliche Studien und Augenzeugenberichte eindeutig belegt und werden als Freak Waves, Monsterwellen oder Kaventsmänner bezeichnet. Manche Wissenschaftler vermuten, dass Jahr für Jahr mindestens zehn schwere Unglücke auf hoher See auf das Konto solcher Riesenwellen gehen.


  • Einige Meeresgebiete sind nach Angaben von Wissenschaftlern besonders für das Auftreten von Monsterwellen prädestiniert. Neben dem berüchtigten Agulhas Strom vor der Südostküste Südafrikas gehören auch der Golf von Alaska, die Küstenmeere vor Florida und die See südöstlich von Japan zu den gefährlichsten Freak Wave Revieren.


  • Je nach Erscheinungsform unterscheiden Wissenschaftler innerhalb der Riesenwellen zwischen Kaventsmännern, Three Sisters oder White Walls.


  • Entstehen können Riesenwellen durch Überlagerung von mehreren "normalen" Wellen, aber auch Meeresströmungen, Wasserschichtungen im Ozean oder Wirbelfelder im Meer können eine wichtige Rolle spielen. Doch trotz aller Forschungserfolge sind die Ursachen von Freak Waves noch längst nicht geklärt.


  • Durch Simulationen im Wellenkanal und anhand von Augenzeugenberichten konnten Wissenschaftler mittlerweile immerhin typische Szenarien entwerfen, die bei der Kollision von Schiffen mit einer Freak Wave ablaufen.


  • Zu einem Vorreiter in Sachen Freak Wave-Forschung hat sich mittlerweile die EU entwickelt. Vor einigen Jahren hat sie dazu das Vorzeigeprojekt MaxWave auf den Weg gebracht, an dem zehn Organisationen aus verschiedenen Ländern - darunter das GKSS Forschungszentrum in Geesthacht - beteiligt sind.


  • Ziel der zahlreichen Einzelvorhaben ist es, die Existenz und die Häufigkeit von Riesenwellen auf hoher See zu untersuchen. Die Wissenschaftler wollen aber auch die Prozesse verstehen, die zu Freak Waves führen und Frühwarnsysteme entwickeln, um Menschen und Technik auf hoher See vor der Gewalt der Wellen zu schützen. Am Ende des Projektes sollen zudem konkrete und eindeutige Empfehlungen für die Planung und den Bau von Schiffen und Offshore-Anlagen aber auch für Küstenschutzeinrichtungen stehen, damit diese in Zukunft auch Freak Waves trotzen können.


  • Zum wichtigsten Mosaikstein ihrer Tätigkeit wurde dabei das Wellenradar "WaMOS" (Wave Monitoring System), das von der Firma OceanWaves in Zusammenarbeit mit dem GKSS entwickelt wurde. Mit diesem Gerät können größere Sequenzen von Radarbildern - bis zu 32 Aufnahmen in einer Minute sind möglich - erzeugt werden, die nach Auswertung wichtige Seegangsparameter wie Wellenhöhe, -frequenz, -verteilung und -richtung anzeigen. Auch bei dem Erkennen von Wellengruppen leistet WaMOS gute Arbeit.


  • Doch trotz aller Bemühungen und Erfolge bei der Erforschung der Riesenwellen sind heute immer noch zahlreiche Rätsel ungelöst. Bis es soweit sein wird, dass Offshore-Anlagen und Schiffe mit perfekter Technik dem Angriff von Freak Waves trotzen können, wird es deshalb noch einige Zeit dauern. Auch die ständige lückenlose Überwachung aller Meere im Hinblick auf Monsterwellen liegt noch in weiter Ferne. Ein funktionierendes Frühwarnsystem für Freak Waves jedoch scheint in ein paar Jahren möglich.

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