|
Nicht immer sind Erdbeben unwillkommen - Im kalifornischen Parkfield warten Seismologen der University of South California und der US Geological Survey seit Jahren vergeblich auf das überfällige Beben.
Der kleine Ort Parkfield im Bereich der San Andreas Verwerfung ist für die Seimologen besonders interessant, weil dort bisher mit fast uhrwerksartiger Genauigkeit rund alle 22 Jahre ein Erdbeben mit annähernd gleicher Stärke (rund M 6,0) aufgetreten ist. Da das letzte Beben 1966 registriert worden war, wurde das nächste größere Beben irgendwann zwischen 1988 und 1992 erwartet, nach den Berechnungen hätte es mit 95prozentiger Wahrscheinlichkeit aber spätestens bis 1993 eintreten müssen.
Auf der Suche nach Prognosemöglichkeiten und Vorläufersignalen für Beben erschien den Wissenschaftlern der US Geological Survey gerade diese vermeintliche Berechenbarkeit des nächsten seismischen Ereignisses ideal für eine Versuchsstation. Anfang der achtziger Jahre - rechtzeitig zum nächsten Beben - enstand dort ein gigantisches Versuchsfeld gespickt mit seismologischen und geodätischen Meßstationen aller Art.
Seitdem sitzen die Wissenschaftler des Forschungsprojektes in den Startlöchern und warten ...
Inzwischen ist das Beben schon über fünf Jahre überfällig und der Druck auf das rund eine Million Dollar pro Jahr kostende Projekt wächst. Dennoch haben die Seismologen die Hoffnung auf das große Beben nicht aufgegeben, wenn auch Paul Silver, ein Seismologe der Carnegie Instituts in Washington einräumt: "Keiner liebt es, erfolglos zu sein." Für ihn steht die Resignation vieler Seismologen in Bezug auf die Suche nach direkten Prognosemethoden und auch die Kürzung finanzieller Mittel für diesen Forschungsbereich nicht zuletzt auch in Zusammenhang mit dem bisher gescheiterten Parkfield-Experiment.
|