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Montag, 13.02.2012
Chronik
Die wichtigsten Beben im Überblick

Eine vollständige Chronik aller größeren Erdbeben aufzulisten ist aufgrund der enormen Anzahl unmöglich, allein in den letzten zwölf Monaten registrierte das National Earthquake Information Center (NEIC) weltweit über 80 Beben der Stärken 6,5 und höher. Daher hier nur ein kleiner Ausschnitt.

Lissabon 1755
das Erdbeben, das am 1. November die portugiesische Hauptstadt Lissabon erschütterte, gehört zu den stärksten Beben der Geschichte. Die Auswirkungen waren in weiten Teilen Europas zu spüren. 60 000 Menschen starben, darunter viele durch zehn bis zwölf Meter hohe Flutwellen. Untersuchungen ergaben, daß das Epizentrum südwestlich von Portugal an der geologischwen Struktur der Azorenschwelle lag. Zahlreiche Werke der Literatur und Philosophie machten dieses Beben zu einem welthistorischen Ereignis.

San Francisco 1906
Obwohl das Beben der Intensität XI im Laufe des 20. Jahrhunderts von anderen Beben an Stärke übertroffen wurde, hat es bis heute eine besondere Bedeutung für die Seismologie. Zahlreiche neue Entwicklungen und Erkenntnisse über geologische Störungen und Erdbeben haben in diesem Beben ihren Ursprung. Das Epizentrum des Bebens lag im Bereich der San Andreas Verwerfung, die Auswirkungen waren im Umkreis von etwa 180.000 Quadratkilometern spürbar. 700 Menschen starben und durch die entstehenden Großfeuer wurde ein großer Teil San Franciscos zerstört.

Tokio 1923
Das sogenannte Kwanto-Beben richtete verheerende Schäden in Tokio und Yokohama an. Großfeuer, meterbreite Bodenspalten, Erdrutsche und Schlammströme zerstörten weite Teile der beiden Großstädte. Fast 100.000 Tote und mehr als eine Million Obdachlose waren die Folge. Das Epizentrum des Bebens lag 91 Kilometer von Tokio entfernt.

Chile 1960
Mehr als 2.000 Menschen starben und mindestens zwei Millionen wurden obdachlos als ein Beben der Moment-Magnitude 9,5 die südchilenische Küste traf. Eine durch das Beben ausgelöste Tsunami verursachte Millionenschäden in Hawai und Japan und tötete 32 Menschen auf den Philippinen.

Mexico City 1985
Ein schweres Beben der Stärke 8,1 auf der Richterskala vor der Westküste Mexicos zerstörte einen Großteil der rund 350 Kilometer entfernten Stadt Mexico City. Die Bebenwellen wurden durch den weichen Untergrund eines ehemaligen Sees, auf dem Teile der Stadt lagen, verstärkt. Während in unmittelbarer Nähe des Epizentrums kaum Auswirkungen spürbar waren, starben in Mexico City rund 20.000 Menschen, der historische Stadtkern wurde zu 35 Prozent zerstört.

Armenien 1988
Im Dezember traf ein Erdbeben der Stärke 7,5 das nördliche Armenien. Der Bebenherd lag direkt unter der Stadt Spitak, die praktisch dem Erdboden gleichgemacht wurde. Starke Horizontalverschiebungen des Untergrunds ließen Bodenspalten aufreißen, durch die Reibungswärme entzündete sich sogar Methan. Trotz weltweiter Solidariät und Hilfsmaßnahmen starben 25.000 Menschen.

Loma Prieta 1989
Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,2 lag knapp hundert Kilometer von San Francisco entfernt, dennoch hinterließ es auch dort starke Schäden. Der Marina District wurde fast vollständig zerstört, durch austretendes Gas entstanden Brände.

Kobe 1995
Ein Beben der Stärke 6,9 erschütterte Japan und verwüstete die Stadt Kobe. Häuser stürzten ein, Strassen rissen auf und die Bilder der umgestürzten Autobahn gingen um die Welt.

Kolumbien 1999
Das Erdbeben der Stärke 6,3 forderte im Januar mindestens 700 Todesopfer und hinterließ mehr als 4750 Verletzte. 250.000 Menschen wurden obdachlos.

Türkei 1999
Bei einem verherrenden Beben im Nordwesten der Türkei starben im August mehr als 17.000 Menschen. Das Beben der Stärke 7,4 ereignete sich nachts. Viele konnten sich nicht mehr aus ihren Häusern retten. Besonders von Schäden betroffen waren die Städte Adapazari, Gölcük, Izmit und Yalova.

Indien 2001
Im Januar 2001 wurde die Provinz Gujarat im Nordwesten Indiens von einem schweren Beben erschüttert. Das Beben mit einer Stärke von 7,9 forderte nach offiziellen Angaben mindestens 20.000 Tote. Schätzungen gehen jedoch von einer dopppelt so hohen Opferzahl aus. Über 100.000 Menschen wurden obdachlos.

Eine ständig aktualisierte Liste von Erdbeben der Stärke 5 und höher in den letzten sieben Tagen finden Sie auf den Seiten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Das NEIC hat diverse Listen von aktuellen und historischen Beben zusammengestellt.

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