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Je nachdem, in welche Richtung die einzelnen tektonischen Platten wandern, entstehen an ihren Rändern Divergenz-, Konvergenz- oder Scherungszonen. Während in Gebieten mit auseinander- oder gegeneinander treibenden Erdschollen sowohl Erdbeben als auch vulkanische Aktivitäten gehäuft auftreten, sind die Scherungsränder durch besonders schwere Erdbeben gekennzeichnet.
 | | Plattentektonik: Divergenzzone © USGS | Die Divergenzzonen, in denen durch Neubildung von Plattenmaterial die Ränder der Platten auseinandergedrängt werden, liegen im Bereich des mittelatlantischen Rückens zwischen der Eurasischen und Afrikanischen auf der einen, und der Nord- und Südamerikanischen Platte auf der anderen Seite. Weitere Divergenzzonen finden sich an den Rändern der Antarktischen Platte und im östlichen Pazifik zwischen der Pazifischen Platte und den kleineren Nazca und Cocos-Platten.
Typischerweise haben die dort stattfindenden Beben sehr flache Herdtiefen und meist nur geringe Magnituden, da die neu aufsteigende Magma noch dünnflüssig und elastisch ist und größere Spannungen sich so nur selten aufbauen.
| |  | Plattentektonik: Konvergenzzone © USGS | An den Konvergenzrändern bewegen sich zwei Platten aufeinander zu, dabei wird eine der beiden unter die andere gedrückt und ihr Material im Erdinneren eingeschmolzen. Es lassen sich hierbei mehrere unterschiedliche Typen dieser Subduktionszonen unterscheiden. In den Tiefseegräben oder den Inselbögen des Pazifiks ist der Winkel, den die untertauchende Platte mit der Erdoberfläche bildet, relativ steil. Die Sedimentdecke der untertauchenden Platte wird dabei abgehobelt und läßt einen Subduktionskomplex entstehen. In der Folge können sich Becken und Spalten im Untergrund bilden, durch die Magma nach oben dringen kann. Der durch Vulkane und Erdbeben stark gefährdete westliche Teil des pazifischen Feuerrings geht auf diese Mechanismen zurück.
Taucht eine ozeanische Kruste unter eine kontinentale Kruste ab, wie am Westrand Südamerikas, bildet die untertauchende Platte mit der Oberfläche einen deutlich flacheren Winkel. Im Hinterland des eigentlichen Plattenrands bilden sich oft ausgedehnte Störungszonen mit Verwerfungen, Erbeben und aktiven Vulkanen.
Die Bewegungen an konvergierenden Plattenrändern sind außerdem die wichtigsten Ursachen für Tsunamis.
 | | Plattentektonik: Konservierende Plattengrenze © USGS | An konservierenden Plattenrändern bewegen sich die Platten aneinander vorbei, ohne daß Lithosphäre zerstört oder neu gebildet wird. Reiben sich zwei kontinentale Platten aneinander, kann sich in diesen Zonen hohe Spannung aufbauen, die sich in starken Erdbeben entlädt. Einen solchen Scherungsrand bildet zum Beispiel die San Andreas-Störung in Kalifornien. Auch in den mittelozeanischen Rücken können an den sogenannten Transformstörungen Abschnitte mit Scherbewegungen auftreten. Da dort aber der Untergrund gerade frisch gebildet wurde und daher noch warm und elastisch ist, sind die entstehenden Beben nur schwach.
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