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Mittwoch, 16.05.2012
Erklärungsnot und Puzzleteile
Noch immer sind Fragen offen

Aber gerade der von Hubble untersuchte Nebel CRL 618 ist auch ein Beispiel dafür, welche Erklärungsnot die „Mainstream-Astronomie“ hat. Das Hubble-Bild zeigt, dass das ausgestoßene Material komplexe Formen und Symmetrien schafft, ganz anders als die sphärische Struktur, die der herkömmlichen Theorie nach entstehen müsste.

Bipolarer Nebel  
Bipolarer Nebel "Rotting Egg Nebula"
© NASA/STScI
Auch bisher hatten die Astronomen natürlich eine Erklärung für Phänomene dieser Art: Sie gehen davon aus, dass immer dann, wenn ein Stern den größten Teil seiner Masse verloren hat, dieser sich noch einmal aufheizt und verstärkt zu leuchten beginnt. Zur selben Zeit wird ein wesentlich schnellerer Sonnenwind abgestrahlt, der den dunklen Staub auseinander treibt. Der Nebel wird heller, und sein Aussehen nähert sich dem eines Schmetterlings.

Aber das allein reicht als Erklärung nicht aus. Dazu sind die Formen vieler protoplanetarer Nebel zu exotisch. Viele von ihnen zeigen beispielsweise oft eine bipolare Symmetrie. Und diese wird tatsächlich am besten durch die Existenz enger Doppelsternsysteme erklärt: zwei Sonnen, die einander umkreisen und vielleicht starke Magnetfelder besitzen. Im Zusammenwirken dieser beiden Komponenten formen die symmetrischen Jets protoplanetare Nebel.

Diese verformten Jets sind dann letztendlich der Grund für die noch komplexeren Formen der späteren Planetaren Nebel. Vielleicht rotieren diese Jets, vielleicht kreisen sie um den Zentralstern und zeichnen Strukturen in das Gas. Der Stern scheint damit diese Jets zu benutzen, um die schmetterlingsähnlichen Strukturen aus seinem seinem Kokon auszuschneiden, die für die Planetaren Nebel so charakteristisch sind.

Diese Annahmen sind momentan noch recht spekulativ. Aber wir haben einfach noch zu wenige Teile des Puzzles über die wahre Natur und Entstehungsgeschichte der Planetaren Nebel zusammengefügt. Nur kurze Zeit, nachdem wir selbstsicher der Meinung waren, eigentlich das Wesentliche über diese Himmelsobjekte zu wissen, müssen wir jetzt feststellen, dass unser Wissen vielleicht doch nicht so vollständig ist, wie wir angenommen haben.

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