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Montag, 13.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Glas wird aus Quarzsand, Soda und Kalk oder chemisch korrekt aus Siliziumdioxid, Kalium- oder Natriumkarbonat und Kalziumkarbonat hergestellt. Wegen des Grundbausteins Silizium wird das "nomrale" Glas als Silikat- oder Quarzglas bezeichnet.


  • „Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen und 5 Teile Kalk, und du erhältst Glas“ lautet das erste auf einer Tontafel des assyrischen Herrschers Assurbanipal überlieferte Rezept für Glas. Die Empfehlung ist mehr als 2.600 Jahre alt und entspricht im Wesentlichen den Zutaten und dem Mischungsverhältnis für heutiges Glas.


  • Es gibt über 500 verschiedene Sorten Glas. Die Spezialgläser kommen bei den modernsten Technologien zum Einsatz und sind Grundlage für Photonik, Nanotechnik und Bionik.


  • Glasfasern gelten als die Zukunft der Kommunikationstechnik. Zu Hunderten in Kabeln gebündelt erreichen sie schon jetzt Übertragungsraten von mehreren Terabits. Hunderte von Terabits strebt man in den nächsten Jahren an.


  • Glasfassaden fungieren mittlerweile als Klimaanlage, Windschutz und Energieregulator. Erdbebensicher sollen die Glasfenster im höchsten Gebäude der Welt sein. Das Taipei 101 ist 508 Meter hoch, steht in Taiwan nahe einer Plattengrenze, und die Glasfassade muss nicht nur Erdbeben sondern auch regelmäßigen Taifunen standhalten.


  • Glas ist keine Erfindung des Menschen. Es gibt auf der Erde mehrere Arten natürlicher Gesteinsgläser, die bei Vulkanausbrüchen, Meteoriteneinschlägen, Blitzen oder durch Druck in der Erdkruste entstehen.


  • Jedes Glas ist erstarrte Schmelze. Seine Molekularstruktur ist amorph. Deshalb ist Glas kein fester Stoff, sondern gilt eher als unterkühlte Flüssigkeit. Aufgrund seiner stofflichen Zusammensetzung, bildet es beim Erkalten keine Kristalle aus. Die Moleküle sind jedoch geordneter als in einer Flüssigkeit. Dieses Stadium heißt Glaszustand.


  • Die Moleküle im Glas sind trotz seiner scheinbaren Festigkeit in Bewegung, sie streben beständig ein regelmäßiges Kristallgitter an. Glas fließt deshalb tatsächlich, jedoch so langsam, dass es 44 Billionen Mal so lange dauern würde wie die Erde existiert, bis Fensterglas sich vollständig verfestigt und ein Kristallgitter ausgebildet hätte


  • Der amorphe Glaszustand lässt sich auch auf andere Materialien übertragen. So werden Metalle und Kunststoffe in den Glaszustand versetzt, um magnetisch, elastisch oder bruchsicher zu werden.

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