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Sonntag, 12.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Die Geothermie ist eine von Witterung sowie Jahres- und Tageszeit unabhängige Energiequelle. Dadurch haben Kraftwerke und private Haushalte nicht wie bei der Wind- oder Solarenergie das Problem der schwankenden Versorgung.


  • Weltweit gibt die Erde etwa viermal so viel Energie in die Atmosphäre ab, wie die Menschheit derzeit verbraucht. In Deutschland könnten bereits mit heutiger Technik fast sechzig Prozent des derzeitigen Wärmebedarfs gedeckt werden.


  • Geothermisch nutzbare Regionen in Deutschland sind vor allem der Oberrheingraben und die Norddeutsche Tiefebene. In den dortigen Wärmeanomalien herrschen bereits 1.000 Meter unter der Oberfläche über 100 Grad Celsius, die ansonsten erst in durchschnittlich 3.500 Meter Tiefe erreicht werden.


  • Um die Wärme aus der Tiefe anzuzapfen, werden bis zu fünf Kilometer tiefe Bohrungen vorgenommen. Über diese wird entweder heißes Wasser aus den Aquiferen entnommen oder zunächst aktiv in die warmen Gesteinsschichten eingeleitet und anschließend erhitzt wieder nach oben gepumpt.


  • In Aachen wird derzeit in über 2.500 Meter Tiefe eine Erdwärmesonde installiert. Ab 2007 deckt diese mit 450 Kilowatt Leistung rund 80 Prozent des gesamten Wärme- und Kältebedarfs des neuen Service-Center der RWTH-Aachen.


  • In Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern liefert seit November 2003 das bundesweit erste geothermische Kraftwerk neben Wärme auch Strom an rund 500 Haushalte.


  • In Bad Urach im Schwarzwald sind die Bohrungen im Hot-Dry-Rock-Verfahren mit Bohrungen bis zu 4.400 Metern Tiefe fast abgeschlossen. Das HDR zapft die Wärme des kristallinen und trockenen Gesteins an und ist somit nicht auf wasserführende Schichten angewiesen. Das geplante Kraftwerk soll bis zu drei Megawatt Strom liefern.


  • Im Berliner Reichstag werden bereits seit mehreren Jahren Grundwasserleiter als Wärme- und Kältespeicher genutzt. Beispielsweise wird die im Sommer als Überschuss produzierte Abwärme als bis zu 70°C heißes Wasser in einen rund 300 Meter tiefen Aquifer verpresst und im Winter mit bis zu 65°C zum Heizen wieder hochgepumpt.


  • In Unterhaching und im pfälzischen Offenbach sind die größten deutschen Geothermie-Kraftwerke geplant. Mit einer elektrischen Leistung von bis zu fünf Megawatt sollen sie nach Inbetriebnahme ab 2006 jeweils bis zu 20.000 Haushalte mit Strom und Wärme versorgen.


  • Die Einspeisevergütung von Strom aus geothermischer Energie ist durch die Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) seit August 2004 auf bis zu 15 Cent je Kilowattstunde erhöht worden.


  • Das gängigste Bohrverfahren der Geothermie wurde aus der Erdölindustrie übernommen. Hierbei fräßt ein diamantbesetzter Bohrkopf ein mehrer Dezimeter breites Loch in die Tiefe. Das zerkleinerte Gesteinsmaterial wird unter hohem Wasserdruck aus dem Schacht gespült.


  • Die erste geothermische Heizzentrale entstand vor zwanzig Jahren in Waren an der Müritz.

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