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Heute ist Christmas Island zum Paradies für Naturliebhaber geworden und lockt Jahr für Jahr zahlreiche Touristen an. Nur zwei beziehungsweise vier Flugstunden von Singapur oder Perth entfernt, eignet sich die Insel perfekt zu einer mehr oder minder kurzen Stippvisite im Indischen Ozean. Zu sehen gibt es in der Tat eine Menge, wenn auch wenig Weihnachtliches. Schroffe Klippen, der Inselberg Murray Hill oder die Boat Cave sind lohnende Ausflugsziele.
Ein Großteil der Insel gehört zudem zu einem Nationalpark, der in weiten Teilen aus tropischem Regenwald besteht. Angesiedelt hat sich hier eine vielfältige Fauna und Flora, die in dieser Zusammensetzung einmalig auf der ganzen Welt ist.
Invasion der Krabben
Berühmt ist das Tropeneiland aber vor allem für seine roten Landkrabben. Rund 50 Millionen Exemplare dieser Art - so schätzen Zoologen - sollen im tropischen Regenwald der Insel leben. Zu Beginn der Regenzeit im November oder Dezember verlassen die Tiere dann alle fast zeitgleich ihre Wohnhöhlen und machen sich auf die jährliche Wanderung zum Meer. Ein kaum vorstellbares Gewimmel von Krustentieren bewegt sich dann jedes Mal Richtung Strand und macht auch vor den Ortschaften nicht halt.
Ungefährlich ist diese Prozession zum Zwecke der Fortpflanzung allerdings nicht. Auf ihren acht Beinen überwinden die Krustentiere im Seitwärtsgang nicht nur zahllose Klippen, sondern müssen sich auch ihren Weg durch den dichten Stadtverkehr suchen. Allein eine Million Krabben werden dabei jedes Jahr von Autos und Lastwagen getötet. Eine moderne Variante des "Struggle for life " oder der natürlichen Auslese...
Kriegerische Ameise bedroht Krabben
Doch seit einiger Zeit haben die roten Landkrabben noch einen anderen, viel gefährlicheren Feind zu fürchten. Eine vor 60 Jahren auf einem Handelsschiff eingeschleppte kriegerische Ameise hat sich im tropischen Regenwald der Insel breit gemacht und bedroht die Krustentiere in ihrer Existenz.
Bei der Jagd auf die Krabben haben sich die Ameisen dabei eine einfache, aber sehr wirkungsvolle "Overkill-Strategie" zurechtgelegt: In gewaltigen Horden überfallen sie die Krustentiere und schießen ihr Gift auf sie ab. Wenn das Gift dann wirkt und die Krabben gelähmt sind, verspeisen die Mikro-Monster sie mit Genuss. Innerhalb weniger Jahre ist der Bestand an Landkrabben auf diese Weise um fast ein Drittel zurückgegangen. Und trotz aller Gegenmaßnahmen ist ein Ende der Ameiseninvasion nicht in Sicht...
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