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Sonntag, 12.02.2012
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Das Wichtigste in Kürze

  • Dass wir Weihnachten am 24. und 25. Dezember feiern, ist keineswegs Zufall. Allerdings weniger deshalb, weil Jesus Christus an diesem Tag geboren sein soll, sondern weil er schon vor den Anfängen des Christentums eine besondere Bedeutung hatte. Es ist der Tag der Wintersonnwende, von diesem Zeitpunkt an beginnen die Tage wieder länger zu werden. Fast alle Völker und Religionen haben diesen "Sieg der Sonne über die Finsternis" mit besonderen Festen und Kulten gefeiert.


  • Heißester Kandidat für die Rolle des Sterns von Bethlehem ist nach Meinung von Astronomen eine Dreier-Konjunktion der beiden Planeten Jupiter und Saturn. Dabei kommen sich die beiden Planeten nicht nur einmal, sondern dreimal kurz hintereinander so nahe, dass sie für einen Beobachter zu einem hellen Lichtpunkt zu verschmelzen scheinen.


  • Damit es bei uns „weiße Weihnachten“ geben kann, muss eine bestimmte Wetterlage über Europa zur richtigen Zeit entstehen. Liegt ein Hochdruckgebiet über Schweden und ein Tiefdruckgebiet über Italien, bekommt Deutschland sehr kalte Luft aus Ost bis Nordost ab. Dann werden Kaltluftmassen aus Russland, wo kontinentales Klima mit extremen Wintern herrscht, nach Mitteleuropa geführt. Auch ein Hoch über Russland kann ein Garant für beständige Kälte sein, während ein ausgedehntes Tief über dem Atlantik für mildes und regnerisches Wetter sorgt.


  • Forscher haben berechnet, dass Schnee am Heiligen Abend in Österreich, Deutschland und der Schweiz in Zukunft zur Rarität wird. Die Niederschläge kommen erst im Februar, dann aber so intensiv und mit heftigen Stürmen gepaart, dass die Lawinengefahr steigt.


  • Zu seinem Rentierschlitten kam der Weihnachtsmann erst im Jahre 1868 in einer Zeichnung im U.S. amerikanischen Harper's Magazine. In dem Gedicht "Ein Besuch vom Nikolaus" von Clement Moore werden die Rentiere, die den Schlitten ziehen, erstmals schriftlich erwähnt. Möglicherweise wurden Rentiere einfach deshalb gewählt, weil sie als Zugtiere für Schlitten bei den Nomaden eine lange Tradition haben.


  • Weihnachtsmann und Christkind treten nie gemeinsam auf. Immer ist es nur einer von beiden, der die Geschenke bringt. Bei einer Umfrage im Jahr 1932 kristallisierte sich eine deutlich räumliche Trennung in der Verbreitung des Weihnachtsmannes bzw. des Christkindes als Gabenbringer heraus. In ganz West-, Südwest-, und Süddeutschland glaubten die Kinder an das Christkind, in Mittel-, Nord und Ostdeutschland dagegen an den Weihnachtsmann.


  • Urheber der Figur des Christkindes ist indirekt Martin Luther. Der wollte den bis dahin für die Geschenke zuständigen Nikolaus in seinem allgemeinen Kampf gegen die Verehrung von Heiligen zurückdrängen. Daher verlegte er 1535 die bisher am Nikolaustag gebräuchliche Kinder- und Familienbescherung auf Weihnachten.


  • Die Gaben brachte nun nicht mehr der heilige Nikolaus, sondern der "heilige Christ". Für die Kinder und die einfachen Leute war diese Figur zu anonym und gestaltlos und wurde daher nach und nach zum Christkind verniedlicht.


  • Auch der Weihnachtsmann hat eine lange Entwicklung hinter sich. Im 16. Jahrhunder füllte in der katholischen, aristokratischen Oberschicht der Nikolaus in der Nacht vom 5. auf den 6.Dezember die Stiefel oder Socken. Brave und fleißige Kinder belohnte er, faule ließ er von einem Gehilfen bestrafen: Knecht Ruprecht - auch Hans Muff, Krampus oder Klaubauf genannt.


  • Während des 19. Jahrhunderts ging die Verwandlung zum Weihnachtsmann vor sich. Zusammengesetzt aus den Stiefeln, dem Sack und der Rute des Knecht Ruprecht, dem langen weißen Bart aus der kindlichen Gottvater-Vorstellung und dem roten Bischofsornat und der schenkenden Funktion des Nikolaus, entstand der typische Weihnachtsmann.


  • Aus dem Jahr 1570 n.C stammen die ersten Belege für den Weihnachtsbaumbrauch in Deutschland. In den Zunfthäusern des städtischen Handwerks in Bremen stellte man kleine Tannenbäumchen behängt mit Datteln, Nüssen, Äpfeln auf, die dann zur Weihnachtszeit von den Kindern "geplündert" werden durften.


  • Nach und nach fand das Weihnachtsbäumchen dann im Laufe des 17. Jahrhunderts seinen Weg in die Wohnstuben der Familien. Die neue Mode konnte man aber ausschließlich in den Städten des Landes beobachten und zunächst fehlte noch immer der Kerzenschmuck wie er heute üblich ist. Stattdessen war der Baum mit Zischgold, Papierrosen und Oblaten behängt.


  • Erst ab 1730 kamen dann auch allmählich Kerzen dazu, der Weihnachtsbaum wie man ihn heute kennt war "geboren". Heute stehen jährlich mehr als 29 Millionen Weihnachtsbäume allein in deutschen Wohnzimmern.

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