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Sonntag, 12.02.2012
Weiße Weihnacht im Alpenraum bald Rarität
Temperaturen steigen im Winter um rund zwei Grad Celsius

Verschneite Landschaft 
Verschneite Landschaft
© GNU FDL  Verschneite Landschaft
Forscher des Fraunhofer-Instituts für Atmosphärische Umweltforschung IFU haben berechnet, dass Schnee am Heiligen Abend in Österreich, Deutschland und der Schweiz zur Rarität wird. Die Niederschläge kommen erst im Februar, dann aber so intensiv und mit heftigen Stürmen gepaart, dass die Lawinengefahr steigt, so die Forscher. "Die Klimaentwicklung führt weg von der weißen Weihnacht. Die Winter werden kürzer", erklärte Wolfgang Seiler, Leiter des Fraunhofer IFU in Garmisch-Partenkirchen.

Die Garmischer Forscher haben Berechnungen und Simulationen für die zukünftige Klimaentwicklung bis in die Jahre 2050 bis 2060 angestellt. Zu diesem Zeitpunkt, so die Forscher, hat sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre verdoppelt. Die Ergebnisse für Süddeutschland und den Nordalpenraum zeigten, dass die Temperaturen für die Monate November, Dezember und Januar um bis zu zwei Grad Celsius steigen werden. Andererseits sagen sie für Februar kältere Temperaturen voraus. Auch die Niederschläge werden sich verschieben. "Diese werden in Österreich im Durchschnitt um fünf Prozent steigen", erklärt Seiler.

 Weiße Weihnacht?
Weiße Weihnacht?
© IMSI MasterClips
Während es im Dezember und Januar kaum Schnee geben wird, ist in den Monaten Februar und März mit stark ansteigendem Schneefall zu rechnen. Gleichzeitig, so die Prognosen, sind diese intensiven Niederschläge begleitet von zunehmenden Windgeschwindigkeiten und veränderten Windrichtungen. Damit steigt die Lawinengefahr. "Die Lawinenvorhersage- und -warnsysteme müssen den neuen klimatischen Gegebenheiten angepasst werden", kommentiert Seiler. Es würden zukünftig Regionen betroffen sein, die bisher noch verschont wurden.

Berechnet hat das IFU diese Klimaveränderungen mit Hilfe eines regionalen Klimamodells. Es ermöglicht auf der Basis globaler Klimamodelle die Entwicklung in einzelnen Regionen vorherzusagen. Dies sei sogar stündlich möglich, so Seiler. Das Modell wurde in einem Vierjahres-Projekt vom bayerischen Klimaforschungsprogramm entwickelt. Die Investitionen beliefen sich auf rund eine halbe Million Euro.

(Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft)

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