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Sonntag, 12.02.2012
Von kosmischen Killern und Katastrophen
Die aufsehenerregendsten Ergebnisse des ODP

Auch wenn die Arbeit der ODP-Wissenschaftler im Vergleich zu publicityträchtigen Weltraumoperationen nicht gerade im ständigen Rampenlicht der Öffentlichkeit stattfindet, die Ergebnisse ihrer Forschungen sorgten bereits häufig für Sensationen.

Der Dinokiller....
Für großes Aufsehen sorgten Sedimentproben, die die JOIDES 1997 im Atlantik vor der Küste Floridas erbohrte: In ihnen fanden sich eindeutige Hinweise darauf, dass sich vor rund 65 Millionen Jahren ein gewaltiger Meteoriteneinschlag ereignet haben musste. In seiner Folge starben nicht nur die Dinosaurier, sondern auch 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten aus.

Bohrkern der K-T-GrenzeIn den Bohrkernen fanden Forscher an der so genannten K-T Grenze, dem Abschnitt zwischen den erdgeschichtlichen Epochen Kreide und Tertiär, deutlich sichtbare Anzeichen einer dramatischen Kollision: Das normale, organismenreiche Sediment wurde plötzlich durch eine Schicht mit winzigen silikatreichen Kügelchen unterbrochen - Formen, wie sie typischerweise unter hohem Druck und hohen Temperaturen entstehen.

 K-T-Grenze im Bohrkern
K-T-Grenze im Bohrkern
© ODP
In dieser "Spherulenschicht" fanden sich auch Geröll und Staub, die durch die Wucht des Einschlags über mehr als 1.500 Kilometer vom Impaktkrater in Yucatan bis zur Probenstelle geschleudert worden waren. Oberhalb dieser Katastrophenzone im Bohrkern schlossen sich Schichten mit zunächst nur wenigen, dann immer mehr Mikroorganismen an - ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die wenigen Überlebenden in Flora und Fauna langsam von der Katastrophe zu erholen begannen. Die Bohrkerne der Bohrfahrt 171b gehören zu den wichtigsten Funden der K-T-Grenze, da sie im Gegensatz zu vielen anderen nicht versteinert sind und im noch weichen Sediment daher besonders die Mikrofossilien gut erhalten blieben.

...und heutige Katastrophen
Aber nicht nur über vergangene Katastrophen liefert das ODP wertvolle Hinweise, die Bohrkerne verhelfen den Geowissenschaftlern auch zu wichtigen Erkenntnissen über die Mechanismen, die auch heute noch die Erde erbeben oder Vulkane Lava und Asche speien lassen. Bohrungen in vielen der geologisch aktivsten Verwerfungszonen der Erde - darunter die Subduktionszonen des Pazifischen Feuerrings - haben die genaue Struktur der Verwerfungen enthüllt und damit viel dazu beigetragen, die Vorgänge, die immer wieder zu den schweren Erdbeben in diesen Regionen führen, besser zu verstehen.

So war beispielsweise bereits seit längerem bekannt, dass die Durchlässigkeit und der Druck von Wasser innerhalb von geologischen Verwerfungen eine wichtige Rolle für die Erdbebenentwicklung spielt. Welche Gesetzmäßigkeiten dabei konkret zum Tragen kommen, wusste man jedoch nicht. In zahlreichen Bohrungen hat das ODP inzwischen dazu beigetragen, diese Zusammenhänge aufzuklären.

Gleichzeitig wurden im Rahmen der Bohrungen auch seismische Messgeräte permanent in einige der Bohrlöcher platziert. Sie dienen der kontinuierlichen Messung von Erdbewegungen und sollen in Zukunft zu einem weltumspannenden Netz von seismischen Bohrloch-Stationen ausgeweitet werden.

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