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| Überblick |
| Das Wichtigste in Kürze |
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- Knapp 15 Millionen Quadratkilometer Landfläche der Erde sind heute mit Eis bedeckt. In der 4,6 Milliarden Jahre dauernden Erdgeschichte gab es aber regelmäßig Phasen, in denen viel mehr Eis auf unserem Blauen Planeten zu finden war als im 21. Jahrhundert. Dazwischen kam es aber immer wieder zu Jahrmillionen langen Perioden, in denen die Temperaturen deutlich über den heutigen lagen und die gewaltigen Eismassen wieder abtauten. Im Jura oder in der Kreidezeit beispielsweise war die Erde für Millionen von Jahren komplett eisfrei.
- Die älteste bekannte Kälteepisode liegt nach Angaben der Klimaforscher mindestens 2,4 Milliarden Jahre zurück. Indizien für diese so genannte huronische Vereisung wurden in Kanada, Finnland, den USA, Südafrika und Indien gefunden.
Vor 800 bis 600 Millionen Jahren brachen mehrere extreme Eiszeiten in relativ kurzer Zeit über die Erde herein. Damals wurden weltweit auf fast allen Landflächen Gletschersedimente abgelagert. Sogar Kontinente, die zu dem Zeitpunkt am Äquator lagen, zeigen Spuren dieser Vereisung. Diese vollständige Vergletscherung der Erde wird "snowball earth" genannt.
- In den letzten 2,4 Millionen Jahren, im Zeitalter des Quartär, gab es auf der Erde ein ständiges Auf und Ab der Temperaturen. Während in den Kaltzeiten 10 bis 15 Grad Celsius weniger als heute gemessen wurden, waren sie in den dazwischen liegenden Warmzeiten den unsrigen sehr ähnlich. Wie die Forscher ermittelten, wechselten die Klimabedingungen in dieser Zeit sogar mehr als 20 mal zwischen angenehm und frostig.
- Auch in unserer jüngsten Vergangenheit traten Klimaschwankungen auf, die immer wieder für "nette Abwechslung" im tagtäglichen Leben von Mensch und Natur sorgten. Zwischen 950 und 1250 n.Chr. herrschte in Europa ein ausgeprägtes Temperaturhoch. Das Klima war damals so angenehm, dass in England sogar der Weinanbau an der Themse boomte. Aab 1400 n. Chr. verschlechterte sich das Klima wieder. Bis etwa 1880 nach Christus herrschte die so genannte "Kleine Eiszeit". Das Thermometer zeigte damals ein bis anderthalb Grad weniger an als heute.
- Gletscher beginnen zu wachsen, wenn sich das Klima abkühlt und mehr Niederschläge als Schnee, Graupel oder Hagel über ihnen niedergehen, als an ihrem Ende durch Abschmelzen verloren gehen. Je höher sich die Schneemassen mit der Zeit auftürmen, desto mehr verdichtet sich der Schnee. Durch den enormen Druck der Eismassen fliessen die Gletscher oder Eisschilde vom Zentrum aus langsam zu den Seiten weg. Weitere Schneefälle und dauerhaft niedrige Temperaturen führen dazu, dass die Gletschermassen immer mächtiger werden und aus den polaren Regionen immer weiter nach Süden vorstoßen.
- Auch heute kann man überall auf der Welt noch Spuren der Eiszeiten finden. Eine Vielzahl von Findlingen, Hügel und Seen: Ein Großteil der uns gut bekannten Landschaftsmerkmale der norddeutschen Tiefebene beispielsweise sind auf die letzten beiden Eiszeiten zurückzuführen. Und auch die Fjorde Norwegens und die Schärenküste Schwedens hätte es ohne die nach Süden vorrückenden gigantischen Gletschermassen der letzten Eiszeit niemals gegeben.
- Noch immer sind die Gründe für Eiszeiten nicht endgültig geklärt. Während man früher davon ausging, dass es sich bei den Eiszeiten um plötzlich auftretende Katastrophen handelte, die von einem einzelnen Faktor ausgelöst wurden, ist man heute relativ sicher, dass viele einzelne Umstände zusammen wirken müssen, damit die Erde wirklich eine "gehörige Erkältung" bekommt.
- Sedimentproben, Eiskerne, Permafrostboden, Baumringe: Um einen Schlüssel zum Klima der Vergangenheit zu finden, greifen Wissenschaftler auf viele verschiedene Informationsquellen zurück. Die Informationen über Temperaturen, Niederschläge oder Windverhältnisse offenbaren sich nicht auf den ersten Blick, sie müssen erst enträtselt werden. Oft ergeben erst die Ergebnisse von Forschern verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen einen neuen Hinweis auf mögliche Ursachen von Eiszeiten oder anderer Klimaschwankungen.
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Stand 19.02.2002 |
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