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Sonntag, 12.02.2012
Von Mammuts, Bohrkernen und D/O-Ereignissen
Klimaschwankungen während der letzten Eiszeit

Mammut 
Mammut
© MMCD
Mit dem gewandelten Klima während der letzten Eiszeit veränderte sich auch das Leben auf der Erde. In den nicht vergletscherten Gebieten bildeten sich Kältesteppen oder Tundren. Die Erdoberfläche war ständig gefroren. In diesen Permafrostgebieten blieb die Vegetation baumlos, Tiere und Menschen mussten an die Kälte angepasst sein, um zu überleben. Bekannte Vertreter der eiszeitlichen Tierwelt waren Säbelzahntiger, Wollnashorn, Mammut, Rentier und Moschusochse.

Während große Teile der typischen Tierwelt zum Ende der letzten Eiszeit in relativ kurzer Zeit ausstarben, haben Rentier und Moschusoche in den arktischen Regionen der Nordhalbkugel bis heute überlebt. In den eiskalten Archiven der Permafrostböden Sibiriens oder Nordamarikas haben Wissenschaftler in den letzten Jahrzehnten einige gut erhaltene Kadaver oder Skelette von Mammuts und Wollnashörnern gefunden, die Aufschluss über das Leben der Giganten der Eiszeit geben. Warum beispielsweise jedoch die Mammuts letztlich von der Weltkarte der Natur verschwanden, ist bis heute nicht endgültig geklärt.

In der letzten Eiszeit stand das Thermometer jedoch in Mitteleuropa nicht durchgängig auf frostig. Wie ein internationales Forschungsteam an Bohrkernen, die das GFZ Potsdam im Vulkankratersee Lago Grande di Monticchio in Süditalien erbohrt hatte, feststellen konnte, traten in der gesamten Zeit immer wieder kurzfristige, heftige Klimaschwankungen auf.

Für marine Sedimente und Eiskerne aus Grönland war Ähnliches bereits seit einiger Zeit bekannt. Mehr als zwanzig plötzliche Erwärmungen ermittelten die Wissenschaftler bei ihren Bohrkernanalysen. Innerhalb eines Jahrzehnts stiegen die Temperaturen dabei explosionsartig um bis zu zehn Grad. Diese als Dansgaard-Oeschger-Ereignisse oder D/O-Ereignisse bekannten Klimaabweichungen erwärmten zumindest den gesamten Nordatlantikraum und dauerten jeweils einige hundert bis tausend Jahre an.

Zwei Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Andrey Ganopolski und Stefan Rahmstorf, lieferten vor einiger Zeit eine schlüssige Erklärung für die drastischen Temperaturwechsel, die das Klima der letzten Eiszeit zu einer Achterbahnfahrt machten. Anhand von Computersimulationen konnten sie zeigen, dass die Meeresströmungen des Atlantiks während dieser Eiszeit besonders instabil waren. Schon kleinste Störungen konnten damals einen Vorstoß der warmen Atlantikströmung ins Nordmeer und damit eine plötzliche Erwärmung auslösen. Das heutige Klima ist nach diesem Modell wesentlich stabiler - dennoch ist es durch den Treibhauseffekt ebenfalls gefährdet.

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