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Mittwoch, 16.05.2012
Der Klügere siegt!
Wettstreit zwischen Gifttieren und ihren Opfern

Olive Seeschlange 
Olive Seeschlange
© GBRMPA
Je giftiger, desto besser, scheint das Motto vieler Tiere zu sein. Doch so wirkungsvoll die chemische Waffen vieler Arten heute auch sein mögen, meist erscheint im Laufe der Evolution irgendwann eine Spielart der Natur, die gegen das sonst so tödliche Gift immun ist. Manche Tiere haben aber auch durch Anpassung geeignete Panzer oder Schutzschilde entwickelt, um sich vor dem Gebissenwerden und dessen Folgen zu schützen.

Igel oder Kreuzotter: wer gewinnt?
So vertragen Igel manche Tiertoxine in vielen höheren Konzentrationen als der Mensch. Vor den Giftangriffen der Kreuzotter sind sie durch ihr dichtes Stachelkleid zudem so gut geschützt, dass die Igel diese Schlangen regelmäßig überlisten und auf ihre Speisekarte setzen. Clownfische in den tropischen Riffen dagegen zeigen sich von den Nesselzellen der Korallen unbeeindruckt und leben ungeschoren in ihrer Nähe, ja sie gehen sogar eine Symbiose mit ihnen ein.

Im Laufe der Jahrmillionen hat sich so eine Art Rüstungswettlauf entwickelt, bei dem mal die Gifttiere, dann wieder ihre potentielle Opfern einen Vorsprung haben. Gelegentlich entstehen innerhalb dieses dauernden Anpassungsprozesses auch völlig neue Arten.

Sanfte Warnung statt tödlicher Dosis
Auch Tiere müssen mit ihren toxischen Substanzen sparsam umgehen, da die für die Produktion verwendeten Grundbausteine wie Aminosäuren oder Kohlenhydrate sonst bei anderen Lebensvorgängen fehlen.

Deshalb handeln längst nicht alle Tiere bei ihren Giftattacken nach dem „Alles oder nichts“- Prinzip. Um sich lästige Feinde vom Leib zu halten, fahren sie zunächst einmal gar nicht ihre schlimmsten chemischen Waffen auf. Denn oft reicht auch schon eine ressourcenschonende milde Variante, damit ihre Widersacher die Flucht ergreifen.

Diese Strategie haben jedenfalls Wissenschaftler der Universität von Davis in Kalifornien beim Skorpion Parabuthus transvaalicus aus Südafrika entdeckt. Um Mäuse zu vertreiben oder kleine Beutetiere zu paralysieren, verwendet er jedenfalls nur ein Gift, das ein Gemisch aus Salzen enthält. Erst wenn es dem Achtbeiner akut an den „Kragen“ geht und er um sein Überleben fürchten muss, kommt das tödliche Sekret mit einer hohen Dosis an toxischen Proteinverbindungen zum Einsatz.

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