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Sonntag, 12.02.2012
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Das Wichtigste in Kürze

  • Goldwaschen hat am Rhein eine lange Tradition. Schon Kelten und Römer suchten vor mehr als 2.000 Jahren in und an Deutschlands größtem Fluss nach dem gelben Edelmetall und verwendeten die gefundenen "Samen der Sonne" für diverse Gebrauchs- und Kultgegenstände oder erste Rheingoldmünzen.


  • Im Mittelalter und später bis ins 18. und 19. Jahrhundert gab es vor allem in Baden zahlreiche arme Bauern, Fischer oder Handwerker, die dieser Beschäftigung nachgingen, um ihren Lebensunterhalt aufzubessern. Allein zwischen 1748 und 1874 wurden hier von den sogenannten Goldern mindestens 366 Kilogramm Gold gewaschen.


  • Das Rheingold war jedoch damals nicht mehr als ein willkommener "Beifang". Haupteinnahmequelle der Branche war der schwarze Löschsand, der in größeren Mengen beim Goldwaschen anfiel und in Amtsstuben, Kanzleien und Behörden zum Trocknen der Tinte verwendet wurde.


  • Der Niedergang der Goldwäscher-Branche begann Mitte des 19. Jahrhunderts als viele Rheinanwohner dem Lockruf des Goldes aus Übersee erlagen und nach Nordamerika auswanderten. Dort wütete zu der Zeit der "Californian Goldrush".


  • Die niedrigen Preise am Goldmarkt, die Rheinbegradigungen und vor allem der Siegeszug des Löschpapiers in Europa beschleunigten den Exodus der Branche.


  • Einen neuen Boom erlebte das Goldwaschen erst wieder während des "Dritten Reiches". Damals versuchte man mit modernsten technischem Gerät große Mengen des Metalls aus dem Fluss zu holen. Doch das Projekt schlug fehl. Ganze 300 Gramm Gold waren die Ausbeute innerhalb von gut vier Jahren.


  • Heute wird der Rhein eher aus Forscherdrang, Hobby, oder reiner Abenteuerlust nach dem Edelmetall durchsucht.


  • Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Gold in früheren Epochen in erster Linie aus Lagerstätten in den Alpen in den Strom gelangt ist. Auch die Gletschervorstöße während der letzten Eiszeit vor knapp 20.000 Jahren haben vermutlich maßgeblich zu den noch heute vorhandenen Rheingoldvorkommen beigetragen.


  • "Frisches" Gold gelangt dagegen kaum noch in den Rhein. Ein wesentlicher Hinderungsgrund sind die vielen Staustufen, die jeweils eigene Sedimentationsräume bilden und damit eine größere Anreicherung im heutigen Rhein verhindern.


  • Gold kann man mit komplizierten chemischen Analysemethoden fast überall im Rheinverlauf nachweisen. Erst in Baden oder noch weiter flussaufwärts sind die Partikel aber so groß, dass sie mit bloßem Auge erkennbar sind und sich das Goldwaschen lohnt. Zwischen 20.000 und 200.000 einelne Gold"flitterchen" sind aber auch hier nötig um ein Gramm auf die Wage zu bringen.


  • Echte Nuggets mit mehrerem Gramm Gewicht kommen im Rhein nur ganz selten vor. Einige davon haben Goldwäscher in den letzten Jahren am Vorderrhein im Schweizer Kanton Graubünden entdeckt.


  • Alles, was man für das Goldwaschen als Anfänger unbedingt braucht, sind eine Waschpfanne, eine Schaufel, ein Sieb und ein Eimer. Mit ihrer Hilfe wird das Flussbett oder die Uferböschung nach dem gelben Edelmetall durchkämmt. Profis oder Halbprofis setzen aber noch eine Vielzahl an anderen Techniken und Geräten ein, um an das begehrte Edelmetall zu gelangen.

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