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Sonntag, 12.02.2012
Lockruf des Goldes
Die "Samen der Sonne" im Rhein

Eine Schar abenteuerlustiger Menschen, bewaffnet mit Schaufeln und Schüsseln, die knietief im Fluss oder am Ufer stehend zwischen Sand und Geröll eifrig nach Gold suchen: Was auf den ersten Blick wie eine Szene aus Jack Londons Roman Lockruf des Goldes aussieht, spielt sich in Wirklichkeit heute immer wieder mitten in Deutschland ab.

Moderne Goldwäscher am Rhein 
Moderne Goldwäscher am Rhein
© Werner Störk/AG Minifossi
Statt des Klondyke im Alaska des 19. Jahrhunderts ist es heute der Rhein, der die Fantasie der Goldsucher beflügelt und sie in einigen Regionen in Scharen an die Ufer des Flusses ziehen lässt. Eigenhändig wollen sie dem Mythos auf die Spur kommen und zwischen all dem Sand, Kies und Geröll nach Goldkörnchen suchen, die beispielsweise am Oberlauf des Flusses noch reichlich zu finden sind.

Während das Goldwaschen für die Menschen am Klondyke oder in Kalifornien damals harte, entbehrungsreiche Arbeit war, die häufig statt des erhofften Reichtums nur Enttäuschung, Opfer oder Tod mit sich brachte, wird der Rhein heute eher aus Forscherdrang, Hobby, oder reiner Abenteuerlust nach dem Edelmetall durchwühlt.

 Goldscheuer
Goldscheuer
© Werner Störk/AG Minifossi
Doch Goldwaschen war auch im Einzugsgebiet des Rheins nicht immer nur ein Happening für Glücksritter und Freizeit-Aktivisten. Im Mittelalter und später bis ins 18. und 19. Jahrhundert gab es zumindest am Hoch- und Oberrhein eine ausgeprägte professionelle Goldwäschertradition. Sie brachte den "Goldern" in Baden und anderswo zwar keine Reichtümer, aber immerhin ein bedeutendes Zubrot zum sonst recht kärglichen Lebensunterhalt.

"Sex and Crime" - Eine noch heute von der Traumfabrik in Hollywood gern und häufig verwendete Mixtur war es jedoch, die seit dem 5. Jahrhundert nach Christus dafür sorgte, dass Rheingold zum Klassiker in Kunst, Musik oder Literatur und zum sagenumwobenen Objekt der Begierde von Herrschern und armen Leuten wurde. Dabei war es gar kein Gold, das aus dem Fluss stammte, was für die Aufregung und den Mythos sorgte. Vielmehr ging es in der Nibelungen-Sage um einen Schatz bestehend aus 144 Pferdewagen voll mit Gold und Edelsteinen. Diesen ließ der Erzschurke Hagen von Tronje angeblich nach der Ermordung von Siegfried um 430 südlich von Worms " zu Loche im Rhein" versenken.

Obwohl sich Abenteurer und teilweise auch ernstzunehmende Wissenschaftler alle erdenklichen Mühen gaben den Schatz zu finden, ist er genau wie die Nibelungen selbst, bis heute eine Legende geblieben.

Goldener Drache 
Goldener Drache
© Werner Störk/AG Minifossi
Trotzdem hat die Nibelungen-Saga mit Helden wie Siegfried und Kriemhild und dem Brüdertrio Gunther, Gernot, Giselher als Bösewichten die Menschen über anderthalb Jahrtausende in seinen Bann gezogen. Nicht nur Wagners Oper trägt diesen Namen, auch einfache Hotel- und Restaurantbesitzer oder Schiffseigner haben es von jeher verstanden, das Charisma und die Mystik des Wortes Rheingold zu nutzen, um möglichst werbewirksam auf ihre Leistungen und Produkte aufmerksam zu machen.

Die Nibelungen-Legende und die alte Goldwäschertradition haben gemeinsam dafür gesorgt, dass der Mythos Rheingold entstehen konnte und die Menschen - nicht nur in Deutschland - bis heute fasziniert.

Welche wichtigen Etappen gab es in der abwechslungsreichen Geschichte des Rheingoldes? Wo kann man heute noch Gold finden? Welche Methoden benutzte man früher und heute, um an das begehrte Edelmetall zu kommen? Droht in Zukunft sogar ein Goldrausch am Rhein? Antworten auf diese und viele andere Fragen erhalten Sie auf den folgenden Seiten...

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