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Montag, 13.02.2012
Von den alten Ägyptern bis ins Mittelalter
Die Anfänge der Salzeuphorie

Die vorchristlichen Jäger und Sammler auf der Erde hatten es gut: Sie mussten sich über ihren Salzhaushalt im Körper noch keine Gedanken machen. Ihren Kochsalzbedarf deckten die verschiedenen tierischen Produkte, von denen sie sich in der Hauptsache ernährten, einfach und vollständig.

Salz 
Salz
© Verein Deutsche Salzindustrie
Erst als der Mensch seßhaft wurde und mehr und mehr zum Getreide- und Gemüseanbau überging, wurde das Thema Salzmangel akut. Pflanzliche Lebensmittel sind in der Regel äußerst natriumarm und der Bedarf an Kochsalz stieg deshalb vor einigen tausend Jahren rapide an. Schon vor mehr als 3.000 Jahren war der Rohstoff Salz daher ein begehrtes Handelsobjekt. Salz galt als Gottesgabe und war - weil selten - auch als Geschenk für Könige und Herrscher heiß begehrt.

Woher stammte das Salz?
Die Küstenbewohner hatten es damals relativ leicht, an das weiße Gold zu gelangen. Das Meer lieferte den begehrten Rohstoff in Hülle und Fülle. Durch das Anlegen von Salzteichen oder Salzgärten, die es bereits lange vor der Römerzeit gab, ließ sich der Ertrag noch weiter steigern. Im Inland waren lediglich Salzseen wie das Tote Meer, Salzwüsten oder salzhaltige Quellen Lieferanten für den begehrten Rohstoff. Die Menschen benutzten das Salz in erster Linie um ihre faden Speisen aufzupeppen oder Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Käse oder Gemüse haltbar zu machen.

Schon bald entwickelten sich deshalb überall auf der Welt feste Handelsrouten, auf denen das Objekt der Begierde per Schiff oder auf dem Rücken von Pferden oder Eseln ins Landesinnere gebracht wurde. Entlang der Salzstraßen schossen prosperierende Städte aus dem Boden, die fast ausschließlich vom Salzhandel lebten. Könige, Fürsten und Herrscher sicherten sich ebenfalls ihr Stück am "Salzkuchen", indem sie Wege- oder Anlegezölle einführten oder schlicht und einfach pauschal eine Salzsteuer erhoben.

Das erste Salzbergwerk der Erde
Etwa um 1.000 vor Christus nahm nahe Hallstatt, im österreichischen Teil der Alpen, das vermutlich erste Salzbergwerk der Erde seinen Betrieb auf. Warum man damals ausgerechnet in der Einöde mit Bronzepickeln bewaffnet Stollen in die Erde trieb, ist noch immer unbekannt. Um an das weiße Gold zu gelangen, mussten die Bergleute zunächst einmal eine viele Meter dicke Stein- und Geröllschicht durchlöchern. Die unterirdischen Vortriebsgänge sicherten sie mit selbst erdachten und gezimmerte hölzernen Stüttzpfeilern.

Das für die damalige Zeit sehr waghalsige Unternehmen musste auch große logistische Probleme überwinden. Sämtliche Lebensmittel für die Arbeiter, Baumaterial und andere Hilfsmittel waren nicht vor Ort vorhanden und wurden auf holprigen Wegen herbeigeschafft. Auch der Abtransport des Untertage gebrochenen Salzes war mühsam und zeitaufwändig.

Vom Bergwerk zur Sole
Doch das Mega-Projekt in vorchristlicher Zeit hat sich trotz alledem für die Iniatoren und Sponsoren - wer immer sie auch waren - rentiert. Mehr als 500 Jahre war das Bergwerk mindestens in Betrieb und versorgte nicht nur Hallstatt und die umliegenden Orte mit Salz, sondern auch große Teile Südeuropas. Hallstatt entwickelte sich mit der Zeit zu einem der wichtigsten Zentren des Salzhandels.

Etwa um 400 vor Christus enden die Berichte über das Salzbergwerk in Hallstatt. Was danach passierte, ist unbekannt. Erst Mitte des 13. Jahrhunderts taucht der Ort wieder in den schriftlichen Quellen als Salzstandort auf. Zu dieser Zeit wurden dann aber vor allem salzhaltige Quellen als Grundlage für die Gewinnung benutzt. Mit großen Siedepfannen erhitzte man das salzhaltige Gemisch - die Sole - und erhielt nach dem Verdampfen des Wassers das feste Endprodukt.

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