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Samstag, 04.02.2012
Vom Schildvulkan zur Caldera
Die Vulkantypen

Das klassische Bild eines Vulkans ist der gleichmäßige Kegel, auf dessen Gipfel sich ein tiefer Krater befindet. Doch in Wirklichkeit existieren eine ganze Reihe unterschiedlicher Formen, die auf die Art des Förderprozesses rückschließen lassen.

Schild- und Deckenvulkane
 Schildvulkan Mauna Loa, Hawaii
Schildvulkan Mauna Loa, Hawaii
© USGS
Schildvulkan Mauna Loa (Hawaii)Die größten Vulkane sind die Schildvulkane der Hawaii-Inseln. Der Mauna Kea liegt dabei mit 4.201 Meter Höhe und einer Basis in 5.000 Meter Wassertiefe an der Spitze. Typisch für die Schildvulkane ist ihre weiträumige Ausdehnung und ihre flache Hangneigung. Der Grund dafür liegt in der Beschaffenheit der geförderten Lava, die aufgrund ihres geringes Gehaltes an Kieselsäure relativ dünnflüssig ist. Dadurch kann sie schon bei geringer Hangneigung weite Strecken zurücklegen und dabei große Gebiete bedecken. Bei den Schildvulkanen liegt zumeist ein zentraler Förderschlot vor.

Decken- oder Plateauvulkane besitzen einen ähnlichen Aufbau wie die Schildvulkane, fördern jedoch ihre zumeist noch dünnflüssigere Lava entlang von Spalten. Dadurch kommt es zur Bildung von Lavaplateaus, die eine Ausdehnung von mehreren hunderttausend Quadratkilometern besitzen können. Im allgemeinen liegen mehrere Lavadecken übereinander, wobei eine Decke in der Regel nur 5 - 15 Meter dick ist. Deckenvulkane können die Morphologie und das Flußnetz ihrer Umgebung von Grund auf verändern.

Schichtvulkane
Einen anderen Aufbau haben Schichtvulkane, die auch als Stratovulkane bezeichnet werden.
Schichtvulkan Mount Mayón/PhilippinenDas Photo zeigt den Mount Mayón/Philippinen als typischen Schichtvulkan. Sie werden meist von kieselsäurereichen, d. h. sauren Magmen gespeist und bauen steile Kegel auf. Die zähflüssigen Laven bewegen sich nur langsam und lagern sich in unmittelbarere Nähe des Kegels ab.

Schichtvulkane haben eine großes Explosionspotential. Die Hälfte des Magmas wird in Form von Pyroklastiten, also Aschen und Tuffen, ausgeworfen, die andere Hälfte in Form von Lava. Nur die feinen Fragmente werden genügend hoch transportiert, um von Wind weit abgetrieben zu werden. Die gröberen Anteile fallen größtenteils auf den Vulkan selbst zurück. Die Folge ist eine konzentrische Ablagerung um das Eruptionszentrum. Beim gewaltigen Ausbruch des Krakataus in Indonesien starben bspw. im Jahre 1883 über 35.000 Menschen.

Lockerstoffvulkane
 Lockerstoffvulkan
Lockerstoffvulkan
© USGS
Ist das Magma durch einen hohen Anteil an Kieselsäure äußerst zähflüssig, gelangt es nicht mehr an die Oberfläche.
LockerstoffvulkanExplosionsartige Ausbrüche fördern in diesem Fall nur Lockerprodukte, wie Bimsstein,vulkanische Asche und Lava-Fetzen. Dabei können ganze Landstriche unter einer vulkanischen Lockerdecke begraben werden. Die Form dieses Vulkantyps ist eher flach, seine Ausbruchstelle häufig von einem Wall umgeben. Einer der besterforschten fossilen Vulkane ist der Laacher-See-Vulkan, der vor rd. 11.000 Jahren als letzter hochexplosiver Vulkanausbruch Mitteleuropas zeitweise bis zu 100.000 Tonnen Asche und Gase pro Sekunde förderte. Die Umgebung wurde von einer mehreren Meter hohen Bimssteinschicht vollständig bedeckt.

Caldera-Vulkane
Bei starken Ausbrüchen kann der Berggipfel durch den ungeheuren Druck komplett weggesprengt werden. Der so entstandene Kraterkessel wird als Caldera bezeichnet. Eine Caldera kann allerdings auch durch den Einsturz der Magmenkammer entstehen. Man nimmt an, daß nach starken Ausbrüchen, bei denen riesige Mengen von Magma gefördert wurden, ein Hohlraum in der Magmakammer entsteht. Hält dieser der überlagernden Last nicht mehr Stand, bildet sich durch den Einsturz die Caldera.

Calderen können einen Durchmesser von 20 Kilometern haben. Der Kessel kann dabei bis zu 1.000 Meter tief sein. Die griechische Insel Santorini ist ein typisches Beispiel für einen Caldera-Vulkan, wobei der gewaltige Ausbruch im Jahre 1450 v. Chr. auch große Teile des Berggipfels weggesprengt hat.

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