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Donnerstag, 02.09.2010
Die gefährlichsten Berge der Welt
Die zerstörerische Kraft der Vulkane

Da der Ausbruch eines Vulkanes oft sehr spektakulär ist, und die Presse- und Medienwelt dieses Naturereignis meistens als bedrohliche Gefahr darstellt, entsteht bei vielen Menschen der Eindruck einer überwältigenden, alles zugrunderichtenden Naturgewalt. Und in der Tat gab es in der Vergangenheit Todesopfer aufgrund von Vulkanausbrüchen zu beklagen: In den letzten 500 Jahren starben ca. 200.000 Menschen durch die Folgen von Vulkanausbrüchen.

Es haben sich bis heute aber auch Tausende von Ausbrüchen ereignet, ohne Todesopfer zu fordern. Wirklich gefährlich sind nur die großen Explosivausbrüche der Vulkane mit zähflüssigem Magma. Im Verhältnis zu anderen Katastrophen wie Erdbeben, Sturmfluten und Orkanen oder gar Kriegen sind die Todesopfer zahlenmäßig bei Vulkanausbrüchen eher gering. Ganz zu schweigen von der beachtlichen Zahl der jährlichen Verkehrsopfer.

Vulkans St. Helens/USA 
Vulkans St. Helens/USA
© USGS
Beim Ausbruch des Vulkans St. Helens/USA 1980 stiegen Aschewolken mit über 1.000 Meter langen Lichtblitzen auf und eine Schuttlawine, der weggesprengte obere Bergteil, schoß mit 260 Kilometer pro Stunde zu Tal, übersprang eine 360 Meter hohe Talwand und überdeckte ein anderes Tal auf 21 Kilometer Länge mit einer bis zu 150 Meter starken und 1 bis 2 Kilometer breiten Ablagerung. In einer zweiten Ausbruchsphase verschüttete der Vulkan ein Gebiet von 550 Quadratkilometern, eine Fläche, die etwa der Größe des Bodensees entspricht. Die Luft war so voller Staub, daß die Sichtweite um 15:00 Uhr Ortszeit nur 3 Meter betrug. Die feineren Partikel benötigten mehrere Monate, um zum Erdboden zurückzusinken. Trotz der beeindruckenden Zerstörungskraft war dies nur ein mittlerer Vulkanausbruch.

Bei weitem gewaltiger (4,5fache des St. Helens, gemessen an der Energie) war der Ausbruch des Tambora/Indonesien im Jahre 1815. Hier kamen etwa 12.000 Menschen durch heiße Stein- und Ascheregen ums Leben. Die Verwüstungen, die der Ausbruch mit sich brachte, waren noch schlimmer: Etwa 54.000 Einwohner von Sumbava und Lombok starben an Hungersnot, die durch den Ausbruch hervorgerufen wurde. Unter den gewaltigen Mengen an vulkanischem Material, das beim Ausbruch gefördert wurde, war vor allem Schwefeldioxid, das in die Stratosphäre aufstieg, dafür verantwortlich, daß sich das Weltklima für Jahre um 2 bis 3 °Celsius abkühlte.

Der Krakatau-Ausbruch von 1883 forderte zwar keine direkten Opfer, aber durch den Einsturz des Inselvulkans gegen Ende des Ausbruchs entstand eine 20 Meter hohe Flutwelle, in der 36.400 Küstenbewohner der benachbarten Inseln Java und Sumatra umkamen. Der Donner dieses gewaltigen Ausbruchs war bis nach Australien zu hören. Asche ging über ein Gebiet von 830.000 Quadratkilometern nieder. Sie verteilte sich über mehr als 70 Prozent der Atmosphäre und absorbierte 20 Prozent der Sonneneinstrahlung. Auch hier sank, wie beim Tambora, die mittlere Jahrestemperatur der Erde für die Dauer von drei Jahren um 0,5 ° - 0,8 ° Celsius.

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