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Donnerstag, 02.09.2010
Geschick mit Schnabel und Faden
Webervögel als Architekten

Baum mit Webervogelnestern 
Baum mit Webervogelnestern
© Neeraj Mishra  Baum mit Webervogelnestern
Die im südlichen Afrika lebenden Webervögel sind Perfektionisten – auch beim Nestbau. Ihre Brutstätten hängen üblicherweise hoch in den Bäumen und sind nur über eine lange Einflugröhre an der Unterseite zugänglich. Unerreichbar für Raubtiere befinden sie sich meist am Ende von dünnen Zweigen, die zudem auch noch über Teiche oder Flüsse ragen.

Um ein Weibchen zu gewinnen, müssen die Männchen eine gut gebaute Behausung vorweisen. Entsprechend groß ist der Elan, mit dem sie zu Werke gehen. Äußerst sorgfältig und geschickt setzt das Männchen Schnabel und Füße ein, um Blattstreifen und Grashalme miteinander zu verflechten. Jeden neuen „Faden“ schiebt es zunächst in das Geflecht, zieht ein Ende wieder heraus und schiebt es an anderer Stelle wieder herein, ähnlich wie beim Nähen mit Nadel und Faden. Auf diese Weise entsteht ein stabiles flaschenförmiges Gebilde, das einer Festung gleicht.

 Nester von Webervögeln
Nester von Webervögeln
© Neeraj Mishra
Wird ein Teil des zukünftigen Zuhauses während der Bauphase zerstört, bessert das Tier den Schaden nicht einfach aus, sondern reißt die gesamte Konstruktion ab und beginnt von vorn. Ist das Nest fertig, sucht sich das Männchen eine Partnerin, der es den „Prachtbau“ präsentiert. Das Weibchen überprüft das Gebilde äußerst kritisch, indem sie es beäugt und seine Stabilität testet. Dabei krallt es sich außen fest und fängt kräftig an zu ruckeln. Je perfekter die Behausung aussieht, desto „beeindruckter“ zeigt sich das Weibchen in der Regel. Wenn es nichts zu beanstanden hat und sich für das Nest entscheidet, paart es sich mit dem dazu gehörigen „Baumeister“. Anschließend beginnt das Männchen mit der sorgfältigen Innenausstattung, indem es den Bau für die Eiablage schön weich auspolstert.

Webervogel am Nest 
Webervogel am Nest
© Arun P. Singh/ Oriental Bird Club
Sobald das Weibchen mit dem Bebrüten der Eier anfängt, ist die Arbeit des Männchens vollendet. Es zieht von dannen und überlässt dem Weibchen die übrige Arbeit. Doch die Herren der Schöpfung haben für den Rest des Jahres keineswegs Langeweile. Angetrieben vom Drang, möglichst viel Erbmaterial in die nächste Generation zu bringen, beginnen sie, das nächste Nest zu bauen, um ein anderes Weibchen damit zu beeindrucken.

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