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Montag, 13.02.2012
80 statt acht Aminosäuren als Kriterium
Verschärfung der Anaylserichtlinien - aber keine endgültige Sicherheit

Wie aber lässt sich das Allergierisiko in Zahlewn oder Grenzwerte fassen? Darüber machten sich Wissenschaftler bereits 1996 Gedanken. Ergebnis war der „Entscheidungsbaum“, eine Abfolge von ja-nein Entscheidungen, entlag derer sich die analysierenden Forschern entlaghandeln konnten. Bei disem Entscheidungsbaum galt eine Sequenzübereinstimmung von acht aufeinander folgenden identischen Aminosäuren mit einem bekannten Allergen als Hinweis auf eine mögliche allergene Aktivität. Inzwischen allerdings haben Forscher auch IgE-reaktive Epitope entdeckt, die nur aus vier, beziehungsweise sechs aufeinander folgenden Aminosäuren bestehen. Dazu gehören zum Beispiel das Hauptallergen im Kabeljau und eines der Erdnussallergene.

DNA 
DNA
© MMCD
Als Konsequenz daraus mussten die Kritierien verschärft werden. Die Wissencshaftler setzten sich erneut zusammen und entwickelten 2001 einen neuen, modifizierten Entscheidungsbaum. In diesem wurden folgende Kriterien für eine positive Sequenzübereinstimmung mit bekannten Allergenen formuliert: Sequenzidentität von mehr als 35 Prozent über einem Bereich von 80 Aminosäuren Länge – hierdurch könnten indirekt auch Konformationsepitope berücksichtigt werden – und/oder sechs aufeinander folgende identische Aminosäuren. Mit dieser Strategie sollten auch die kürzesten beschriebenen sequenziellen IgE-Epitope noch erfasst werden.

Doch bis heute wird dieser Vorschlag von der Industrie nicht umgesetzt und als nicht praktikabel kritisiert. Nach Ansicht von Agrar-und Lebensmittelunternehmen führt er zu zu vielen falsch positiven Ergebnissen – schlägt also Alarm, wenn kein Grund dazu besteht. Für die Wissenschaftler hieß es also weiter forschen. Kürzlich fanden sie einen Weg, falsch positive Ergebnisse durch computergestützte Verfahren zur Epitopvorhersage zu minimieren. Außerdem veröffentlichten sie eine neue Strategie zur Vorhersage der allergenen Potenz von Proteinen, die auf dem Vergleich mit und der Identifizierung von allergenen Motiven basiert. Doch auch diese Strategie ist noch nicht allgemein anerkannt.

Und selbst wenn alle gentechnikunternhemen die Kriterien nutzen würden, hat auch die Methode noch immer Lücken., Sie ermöglicht allenfalls eine Annäherung an die Lösung des Problems, so jedenfalls die Forscher. Der Grund: Die räumliche Struktur der potenziellen Allergene kann nur begrenzt verglichenwerden, bestimmte Aminosäurepositionen, die für die Bindung von IgE-Antikörpern kritisch sind, werden dabei faktisch nicht berücksichtigt. Dies liegt auch darin begründet, dass für viele bekannte Allergene keine umfassenden Informationen über IgE-bindende Epitope verfügbar sind. Ferner haben Substitutionsanalysen gezeigt, dass einzelne Aminosäurenaustausche die Bindungseigenschaften von Epitopen in nicht vorhersehbarer Weise verstärken können.

Dies macht das grundsätzliche Dilemma der Sequenzanalyse als Allergenitätstest deutlich: Sind sie positiv, geben sie bestenfalls Hinweise auf ein bestehendes Allergenitätsrisiko. Fallen sie negativ aus, weil sie keine Sequenzähnlichkeit mit bekannten Allergenen nachweisen können, so kann ein Allergierisiko – schon wegen der Komplexität und Individualität des Immunsystems – trotzdem nie völlig ausgeschlossen werden.

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