Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Sonntag, 12.02.2012
Blutserum als Tester
Antikörperreaktion deckt verborgene Allergene auf – wenn das richtige Serum vorhanden ist

Neben der Sequenzanalyse ist der Test mit dem Blutserum von Allergikern eine wichtige Methode, ein Allergierisko zu identifizieren. Er kommt zum Einsatz, wenn beispielweise das fragliche Protein aus einer bekannten Allergenquelle, wie beispielsweise der Erdnuss, stammt, aber die Forscher in DNA-Tests keine Sequenzähnlichkeit mit bekannten Allergenen feststellen konnten. Ist das der Fall, untersuchen die Wissenschaftler ob in Verbindung mit den Seren von Patienten, die auf die entsprechende Allergenquelle sensibel reagieren, eine erhöhte IgE-Antikörperreaktivität auftritt (Allergen-specific Serum Screen).

Blutzellen 
Blutzellen
© NCI  Blutzellen
Wenn hingegen das fragliche Protein eigentlich absolut unverdächtig ist, weil es weder aus einem allergenen Spenderorganismus stammt noch Sequenzähnlichkeiten mit bekannten Allergenen vorhanden sind, führen die Allegentester einen anderen Test durch, den soi genannten „Targeted Serum Screen“. Bei diesem vermischen sie das Testprotein mit Seren von Allergikern, die gegen die verschiedenartigsten Allergene sensibilisiert sind – machen sozusagen den „Breitbandtest“.

Eine gute Idee, könnte man meinen. Aber auch das hat einen Haken: Zur Zeit gibt es keine allgemein zugänglichen Serumbanken, die über eine umfassende Sammlung von Allergikerseren verfügen – in der Regel ist damit ein solcher Breitbandtest also gar nicht durchführbar.

Mit zunehmendem Wissen über die Häufigkeit von bestimmten Allergien stellt sich auch die Frage, wie viele Allergikerseren in einem solchen Serum-Screen getestet werden müssen. Bei der Haselnussallergie ist zum Beispiel bekannt, dass nur etwa 1,6 Prozent aller Haselnussallergiker mit schweren Symptomen auf ein bestimmtes Allergen der Haselnuss reagieren. Wollte man also mindestens fünf dieser Allergikerseren in einem solchen Test verwenden, müssten mindestens 314 Seren untersucht werden.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Lebensmittelallergien durch Gen-Food?
Die Risikoabschätzung und ihre Grenzen
Reinfall oder Chance?
Der Fall des gentechnisch „verbesserten“ Soja
Vernetzung entscheidend
Wie kommt es zu einer Allergie?
Allergene, Sequenzen und Peptide…
Wie wird das Risiko analysiert?
80 statt acht Aminosäuren als Kriterium
Verschärfung der Anaylserichtlinien - aber keine endgültige Sicherheit
Blutserum als Tester
Antikörperreaktion deckt verborgene Allergene auf – wenn das richtige Serum vorhanden ist
Allergene überkreuz
Warum der Apfel an der Apfelallergie unschuldig ist
Testsystem mit großen Lücken
Mögliche Risikofaktoren bisher nicht gestestet
Gentechnik gegen Allergene?
Neue Ansätze zur Diagnostik und Therapie von Lebensmittelallergien
Genfood oder echt Natur?
Der Nachweis von transgenen Pflanzen
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Lake Wostok
Quallen
Aktuelle Dossiers
Wie eine lebende Haut
Neue Korrosionsschutzschichten sollen Defekte selbstständig heilen
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts