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Montag, 13.02.2012
Acht Beine, Kieferklauen und Giftdrüsen
Die Merkmale der Chelicerata

Spinnen sind jedoch keineswegs die einzigen Vertreter der eigentümlichen Tiergruppe der Fühlerlosen oder Chelicerata. Zu ihnen gehören zahlreiche Tiere, die bei vielen Menschen Unbehagen auslösen. Systematiker teilen die Chelicerata in zwei Klassen ein. Die eine Klasse enthält nur die Schwertschwänze, eigentümliche Wesen, die sich seit Millionen von Jahren nicht verändert haben und lebende Fossilien darstellen.

 
"Zebraspinne" Argiope trifasciata
© Bill Tietjen
Die eigentlichen Spinnentiere bilden die zweite Klasse und werden wissenschaftlich als Arachnida bezeichnet. Hier gehören die echten Spinnen sowie ihre zahlreichen Verwandten hinein. So sind zum Beispiel die Skorpione mit den Spinnen verwandt. Auch die Weberknechte, die gar keine echten Spinnen sind, sondern eine eigenständige Ordnung darstellen, bilden eine Schwestergruppe.

Außerdem gibt es viele zu den Arachnida gehörende Ordnungen, die weithin unbekannt sind. Zu diesen zählen beispielsweise die Walzenspinnen, Geißelspinnen und Geißelskorpione. Und wer hätte gedacht, dass auch Milben und Zecken, die auf den ersten Blick nichts mit Spinnen zu tun haben scheinen, zu den Spinnentieren gehören?

Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben sind Spinnen und ihre Verwandten keine Insekten. Sie weisen viele anatomische Merkmale auf, die die Einordnung in eine eigene Klasse nötig machten. Eins der auffälligsten Merkmale ist die Anzahl der Beine. Während Insekten mit sechs Beinen ausgestattet sind, haben alle Spinnentiere acht Beine.

Auch die Mundwerkzeuge sind bei den Chelicerata völlig anders gestaltet als bei den Insekten. So besitzen sie ein Paar mächtige Kieferklauen, die auch Cheliceren genannt werden und der gesamten Gruppe ihren Namen gegeben haben. Diese besonderen Mundwerkzeuge münden in einer Klaue, die bei einigen Vertretern mit einer Giftdrüse in Verbindung steht und dazu dient, Beutetiere durch Injektion von Gift zu lähmen oder zu töten. Die Spinnentiere können damit nicht kauen, sondern ihre Beute lediglich zerreißen.

Diese Mundwerkzeuge machen auch eine besondere Form der Nahrungsaufnahme nötig. Da die Nahrung mit Hilfe der Cheliceren nicht zerkaut werden kann und die Mundöffnung bei allen Spinnentieren extrem klein ist, muss die Verdauung schon außerhalb des Körpers beginnen. Dazu speien die Tiere ihren Magensaft in die Wunde der getöteten Beute und saugen nach kurzer Zeit den vorverdauten Nahrungsbrei auf. Hierfür haben sie einen muskulösen Vorderdarm entwickelt, der die Funktion einer Saugpumpe hat und den Brei aufnimmt. Diese Form der Verdauung bezeichnen Biologen als extraintestinal, also außerhalb des Verdauungstraktes.

Fühler, wie sie bei den Insekten vorhanden sind, sucht man bei den Spinnentieren ebenfalls vergeblich. Daher werden sie auch als Fühlerlose bezeichnet. Statt dessen haben sie ein Paar Kiefertaster, die wissenschaftlich als Pedipalpen bezeichnet werden. Sie dienen den Chelicerata einerseits als Fühler zum Erkunden der Umgebung, teilweise auch als zusätzliche Laufbeine, andererseits spielen sie aber auch eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung. Mit ihrer Hilfe führen die männlichen Spinnen ihren Samen in die Geschlechtsöffnungen der Weibchen ein. Bei den Skorpionen tragen die Pedipalpen die Scheren.

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