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Montag, 21.05.2012
Toter Roter Planet...
... mit nasser Vergangenheit

Mars 
Mars
© NASA  Mars
Ist wenigstens der Mars erdähnlich? Immerhin gilt er wegen vieler vertrauter Oberflächenformen, einer lichtdurchlässigen Atmosphäre und der Existenz von Wassereis als erdähnlichster Planet. Der Mars liegt in der grundsätzlich "bewohnbaren" Zone unseres Sonnensystems, die durch die Existenz von flüssigem Oberflächenwasser zu irgendeinem Zeitpunkt der Entwicklungsgeschichte eines Planeten definiert ist.

Zudem sind an der Marsoberfläche und in der Atmosphäre neben Wasser alle Hauptelemente (Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor und Schwefel) enthalten, die als stoffliche Voraussetzung für Leben gelten. Allerdings sind - immer im Vergleich zur Erde betrachtet - die Wassermengen gering: Sammelte man alles Wasser in der Atmosphäre an der Oberfläche, erhielte man eine globale Schicht von nur etwa 10 bis 20 Mikrometern Mächtigkeit.

 Mars-SÜdpol
Mars-SÜdpol
© NASA
Auch die Menge des an den Polen gespeicherten Wassers läßt sich mit den mittlerweile sehr genauen topographischen Daten abschätzen: Für plausible Zusammensetzungen der Polkappe, die aus einer Mischung von Staub und Eis bestehen, ergeben sich Volumen zwischen 2,3 und 3 Millionen Kubikkilometer, was einer globalen Wasserschicht von etwa 16 bis 22 Metern entspricht.

Zum Vergleich: Die Ozeane der Erde würden die gesamte Erdoberfläche mit einer gleichmäßigen Schicht von drei Kilometern Dicke umhüllen.

Trotz dieser gegenwärtig eher geringen beobachtbaren Menge sprechen zahlreiche Indizien für eine in der Vergangenheit wesentlich bedeutendere Rolle des Wassers an der Marsoberfläche. Die deutlichsten Hinweise kommen von Satellitenbildern. Auf ihnen sind zahlreiche morphologische Formen wie etwa Talsysteme zu erkennen, die am ehesten mit der erodierenden Wirkung von flüssigem Wasser erklärt werden können.

Der durchschnittliche Oberflächendruck liegt heute auf dem Mars bei nur sechs bis sieben Millibar - etwa 0,6 Prozent des Luftdrucks auf der Erdoberfläche. Zusammen mit den geringen mittleren Temperaturen von im Mittel 50°C bewirkt dies einen direkten Übergang des vorhandenen Wassers vom festen in den gasförmigen Zustand (Sublimation). Der Treibhauseffekt einer dichteren Atmosphäre wird daher heute von vielen Forschern als Voraussetzung für die Bildung der im Satellitenbild beobachteten Täler angesehen.

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