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Sonntag, 12.02.2012
Wildströmende Dampffontänen
Geysire im Yellowstone Nationalpark

Nirgendwo auf der Welt gibt es mit weit über 200 so viele Geysire wie im Yellowstone Park. Sie zählen zu den schönsten Naturschauspielen und sind die Touristenattraktion schlechthin im Nationalpark. Ihr isländischer Name bedeutet soviel wie "wild strömend". Wenn die größeren Geysire kochendes Wasser und heißen Dampf in gewaltigen Fontänen ausspucken, bietet sich ein beeindruckender Anblick.

Geysir in Yellowstone 
Geysir in Yellowstone
© USGS
Geysire sind Grundwasserphänome, die in direkter Nachbarschaft zu Vulkanen oder jungen vulkanischen Gesteinen vorkommen. Sie sind Teile riesiger Grundwassersysteme, die sich weit in unterirdische Tiefen ausdehnen. Dabei sind die Kanäle weit verzweigt und das Wasser stößt auf dem Weg nach oben auf zahlreiche Engpässe und Hindernisse. Das unterscheidet Geysire von heißen Quellen, bei denen das Wasser ungehindert an die Oberfläche gelangen kann.

Kommt das Wasser in größeren Tiefen mit heißem Gestein in Kontakt, wie es bei der unterirdischen Magmakammer im Yellowstone der Fall ist, erhitzt es sich. Das Wasser, das sich in großer Tiefe befindet, wird bis weit über den Siedepunkt, den es an der Oberfläche unter Normaldruck hätte, erhitzt. Es kocht aber nicht, da der Druck der über ihm stehenden Wassersäule auf ihm lastet und daher der Siedepunkt steigt. So ist das Wasser in diesen Tiefen 150 bis 170 Grad heiß, teilweise auch noch heißer, aber immer noch flüssig.

Heißes Wasser hat jedoch eine geringere Dichte als Kaltes. Daher beginnt das erhitzte Wasser, langsam an die Oberfläche aufzusteigen. Während des Aufstiegs lässt der Druck der Wassersäule nach, und das aufsteigende Wasser beginnt zu sieden. Während sich das kochende Wasser ausdehnt, läuft an der Oberfläche Wasser aus dem Geysirloch und nimmt so weiteren Druck von der Wassersäule. Jetzt fängt das ganze Wasser im Geysir schlagartig an zu sieden und der Geysir entlädt sich in einer Eruption aus kochendem Wasser und heißem Dampf.

Der Zeitraum der Eruptionsintervalle ist abhängig vom Wasserzustrom und der Dauer der Erhitzungsphase. Es gibt Geysire mit einer Ruheperiode von einigen Minuten, andere sind mehrere Monate oder sogar Jahre inaktiv, bis sie dann plötzlich völlig unvorbereitet ausbrechen. So ist der größte Geysir im Yellowstone Park, der Giant, seit dem 15.10.1998 inaktiv. Bei manchen Geysiren kann man nie vorhersagen, wann sie zum nächsten Mal ausbrechen, nach anderen Geysiren kann man die Uhr stellen. Der bekannteste Geysir im Reservat, der Old Faithful, schleudert seine Wassermassen durchschnittlich alle 80 Minuten bis zu 32 Meter nach oben.

Auch in der Höhe der Dampffontäne gibt es große Unterschiede. Viele kleinere Geysire spritzen gerade mal wenige Zentimeter hoch, während die Fontäne des Giant mit mehr als 61 Metern weithin sichtbar ist. Der größte, jemals beobachtete Geysir war der Waimangu in Neuseeland. In seiner aktiven Phase schleuderte er große Fontänen aus Dampf, schlammigem Wasser und Gesteinsfragmenten bis in eine Höhe von 450 Metern.

Außer im Yellowstone Nationalpark gibt es weltweit nur wenige Geysirvorkommen. Die bedeutendsten liegen im Hochland von Island, in Neuseeland, Chile, Indonesien und Kamchatka.

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