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Sonntag, 12.02.2012
Höllenregen aus Lava und Asche
Der Ausbruch eines Supervulkans

Die dünne, durch den Druck des nach oben drängenden Magmas, sowie zahlreicher Erdbeben porös gewordene Deckschicht des Magmakessels hält der Belastung irgendwann nicht mehr stand. Hat sich das Magma erstmal einen Weg zur Oberfläche gebahnt, bricht das Inferno aus.

Wenn sich die Erdoberfläche durch den Druck des aufsteigenden Magmas maximal aufgewölbt hat, treten plötzlich an vielen Stellen gleichzeitig Risse auf, die konzentrisch um die Basis des Magmakessels herum liegen - vergleichbar mit einem Kuchen, der während des Backens aufgeht und dessen Kruste am Rand ringförmig einreißt.

Caldera 
Caldera
© USGS
Die Risse und Spalten erstrecken sich bis hinunter in die Magmakammer. Wenn sie die Decke dieser Hochdruckkammer durchbrechen, beginnt der größte Vulkanausbruch, den die Erde erlebt hat. Der Supervulkan bricht in einer gewaltigen Explosion, die weltweit zu hören ist, auf und speit unglaubliche Mengen an geschmolzenem Gestein, Asche und heißen Gasen in einem konzentrischen Lavastrom aus.

Bei seinem letzten Ausbruch vor 630.000 Jahren beförderte der Vulkan unter dem Yellowstone Park 983 Kubikkilometer vulkanisches Material an die Oberfläche. Mit dieser Lavamenge könnte man die gesamten Vereinigten Staaten mit einer 13 Zentimeter dicken Schicht bedecken. Diese Eruption war tausendmal gewaltiger als der letzte Ausbruch des Mount Saint Helens 1980. Zehntausende Menschen würden in einem Höllenregen aus Lava, glühenden Gesteinsbrocken und Asche umkommen. Lava, die von dem ringförmigen Riß mit Temperaturen von ungefähr 800 Grad Celsius wegfließt, bedeckt in wenigen Augenblicken Tausende Quadratkilometer Land und zerstört alles Leben. Die Energie, die bei dem Ausbruch eines Supervulkans frei wird, entspricht der eines Asteroideneinschlags.

Wenn das gesamte Material an die Oberfläche befördert wurde, leert sich die unterirdische Magmakammer und der Druck lässt nach. Durch die nun fehlende Stütze von unten wird die leere Kammer instabil, zusätzlich wird die Decke der Aushöhlung schwerer, da jetzt das zusätzliche Gewicht der ausgespuckten Lava auf ihr lastet. Schließlich kommt es zu einem kompletten Einsturz der gesamten Deckschicht, der entlang des Ringbruchs voranschreitet. Daraus resultiert ein kesselförmiges Tal von enormen Ausmaßen, das die Geologen als Caldera bezeichnen.

Sucht man am Boden im Yellowstone Nationalpark nach diesem Krater, ist er nur schwer zu entdecken. Zum einen hat die Caldera mit einer Länge von 75 und einer Breite von 37 Kilometern eine solch gigantische Dimension, dass ihr tatsächliches Ausmaß nur aus dem Flugzeug oder auf Satellitenaufnahmen deutlich wird. Andererseits strömte auch nach dem Einsturz des Magmakessels weiter geschmolzenes Gestein an die Erdoberfläche, so dass sich der Krater wieder zu einem kleinen Teil mit Gesteinsmassen füllte, auf denen der heutige Nationalpark liegt.

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