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Montag, 21.05.2012
Sexualhormone dämpfen Nervenaktivität
„Kleiner Unterschied“ im Gehirn hormonabhängig

Nervenzelle 
Nervenzelle
© NIH
Die standardisierte zeitliche Abfolge einer Doppelreizmethode erlaubt eine differenzierte Aussage bezüglich der aktuellen hemmenden und erregenden Zellaktivität in einer bestimmten Hirnregion. Mit einer vergleichbaren TMS-Technik untersuchen die Forscher die Signalübertragung zwischen den beiden Hemisphären über das Corpus callosum.

Diese TMS-Doppelreiz-Methode wurde nun bei Frauen in unterschiedlichen Phasen des Menstruationszyklus eingesetzt. Die Aktivität der hemmenden und erregenden Neuronenverbände zeigte dabei in Abhängigkeit von den unterschiedlichen Zyklusphasen deutliche Schwankungen. So verringerte sich die Aktivität der erregenden Zellverbände bei hoher Konzentration der Sexualhormone Östradiol und Progesteron in der Lutealphase deutlich, während die hemmenden Zellverbände gleichzeitig aktiviert wurden. Hieraus resultierte nach Angaben der Wissenschaftler insgesamt eine verminderte Aktivierbarkeit bestimmter Hirnregionen.

Dies ist genau der Effekt, den die Forscher für Progesteron durch die Reduktion der Glutamat- und die Erhöhung der GABA-Übertragungseffizienz erwartet hatten.

 Sind Frauen tatsächlich unfähig einzuparken?
Sind Frauen tatsächlich unfähig einzuparken?
© RUB
Gleichzeitig war eine Veränderung des Informationsaustausches zwischen den beiden Hemisphären über das Corpus callosum nachweisbar: In der Lutealphase verringerte sich die Signalvermittlung, was den Test-Ergebnissen der Visuellen Halbfeldtechnik entspricht. Damit konnten die RUB-Wissenschaftler ihre Hypothese einer im Verlauf des Menstruationszyklus wechselnden Erregbarkeit der Hirnrinde und einer Modulation der Interaktion zwischen den Hemisphären bestätigen.

Die mit sehr unterschiedlichen Verfahren gewonnenen Untersuchungsergebnisse belegen eindrucksvoll eine im Verlauf des weiblichen Zyklus vorhandene hormonvermittelte wechselnde Asymmetrie der Hirnfunktion. Diese Schwankungen schlagen sich in tagtäglichen Funktionen nieder. Die Ergebnisse der RUB-Forscher zeigen nicht nur, dass sich „der kleine Unterschied“ im Gehirn des Menschen objektiv begründen lässt, sondern dass dieser Unterschied hormonabhängig schwankt.

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