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Sonntag, 12.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Die hydrothermale Karbonisierung wandelt Biomasse – auch wenn sie nass ist – vollständig in Kohlenstoff und Wasser um. Auf dem Umweg über die Kohle kann man so daraus Benzin, Diesel oder chemische Grundstoffe gewinnen, ihn in Mutterboden verwandeln und in Brennstoffzellen direkt zur Stromgewinnung nutzen.


  • Das Rezept: Biomasse plus Wasser kommen in ein Druckgefäß, dazu ein paar Brösel Katalysator und das Ganze unter Luftabschluss auf 180 Grad erhitzen. Nach zwölf Stunden lässt man die Mischung abkühlen, öffnet den „Dampfkochtopf“ und findet eine schwarze Brühe vor.


  • Auch heute schon wird Biomasse genutzt, etwa in Form von Biodiesel, der aus pflanzlichen und tierischen Fetten gewonnen wird. Doch diese meist aus den Samen von Ölpflanzen gewonnen Ressourcen reichen nicht.


  • Die Vergärung von Biomasse hat zurzeit nur einen Wirkungsgrad von drei bis fünf Prozent. Der entstehende Alkohol muss dann noch von Wasser getrennt werden.


  • Bei der Pyrolyse wird Biomasse unter Luftabschluss bei extrem hohen Temperaturen verkohlt. Hierzu muss das Pflanzenmaterial aber trocken sein, sonst rechnet sich die Energetik des Prozesses nicht.


  • Die hydrothermale Karbonisierung bindet in einem chemischen Prozess nahezu 100 Prozent des ursprünglichen Kohlenstoffs als Kohle oder Mutterboden, wobei 66 Prozent des ursprünglichen Brennwerts erhalten bleiben, der Rest als Prozesswärme anfällt.


  • Die im Prozess anfallende Zwischenprodukte, darunter eine Vorstufe zu Erdöl oder Humus können sinnvoll eingesetzt werden. Der Prozess insgesamt ist CO2-neutral und damit klimaschonend.

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