Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Montag, 13.02.2012
Robuste „Nachbauten“ gesucht
Künstliche Enzyme als Ausgangspunkt für Reaktion

In SOLAR-H möchten die Wissenschaftler daher Verbindungen chemisch herstellen, die robust und trotzdem so effektiv sind wie die natürlichen Vorbilder. Gelingt den Forschern eine solche Imitation, haben sie auch schon einen Schritt auf dem dritten Weg des Projekts gemacht. Der soll zu einem biomimetischen oder bioinspirierten System führen, in dem man der Natur nur noch das Prinzip abschaut: Wasser mit Licht in einen Energieträger zu verwandeln.

Bakterien im Fermenter produzieren Enzyme 
Bakterien im Fermenter produzieren Enzyme
© MPI für bioorganische Chemie
Die chemischen Werkzeuge, die das in Zukunft einmal in technischen Anlagen leisten sollen, würden den Enzymen, mit denen Mikroorganismen und Pflanzen Fotosynthese betreiben und Wasserstoff umsetzen, nur noch entfernt ähneln – wenn überhaupt. Um solche Substanzen zu konstruieren, müssen Chemiker und Biotechnologen über die natürlichen Vorbilder jedoch mehr wissen als heute in den Lehrbüchern steht.

Um etwa die Hydrogenase von A. vinosum zu manipulieren oder gar zu imitieren, reicht es nicht, ihre grobe Struktur zu kennen: „Wir müssen die genauen Geometrien aller Zwischenstufen im Reaktionszyklus und auch die Elektronenverteilung, die elektronische Struktur, herausfinden“, sagt Wolfgang Lubitz. „Außerdem wissen wir noch nicht genau, wie das Enzym arbeitet.“

Mit ebendiesen Fragen beschäftigen sich er und seine Mitarbeiter. Dabei konzentriert sich das Team vor allem auf die metallischen, sprich anorganischen Zentren der Biomoleküle. Metalle wie Eisen, Nickel und Mangan sind den Kohlenstoffverbindungen zwar mengenmäßig unterlegen, doch sie sind häufig die Motoren im biochemischen Geschehen.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Spione im Kraftwerk der Natur
Auf der Suche nach der künstlichen Fotosynthese
Mikrobenenzym als „Rohmaterial“
Hydrogenase: Der Stoff, aus dem die Fotosynthese ist?
Nachahmung als Königsweg
Das Projekt SOLAR-H
Robuste „Nachbauten“ gesucht
Künstliche Enzyme als Ausgangspunkt für Reaktion
Hauptrolle für Elektronen
Nickel und Eisen als aktiver Kern
Das Zentrum ist entscheidend
Von der Simulation zum Nachbau
Gekonnte Aktion mit Nebenwirkungen
Fotosystem II macht Probleme
Solarstrom vor Fotosynthese
Konkrete Anwendung noch einige Jahre entfernt
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Lake Wostok
Faultiere
Die großen Massenaussterben
Aktuelle Dossiers
Wie eine lebende Haut
Neue Korrosionsschutzschichten sollen Defekte selbstständig heilen
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts