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Montag, 13.02.2012
Alaska, die NASA und Biosphere II
Private Initiativen auf dem Vormarsch

Im Gegensatz zu den intensiven russischen Forschungen an Lebenserhaltungssystemen für Daueraufenthalte im All, hielt sich die NASA lange Zeit sehr zurück. Der Schwerpunkt ihrer Forschungen lag vor allem auf der Züchtung und Erforschung verschiedener Pflanzenarten, die geeignet wären, Astronauten in einem geschlossenen System sowohl mit Luft als auch mit Nahrung zu versorgen. In den letzten Jahren wurde das Testprogramm allerdings intensiviert, so dass mittlerweile drei NASA Institute an eigenen CELSS Systemen arbeiten.

Die Aufmerksamkeit für die Möglichkeiten bemannter Langstreckenflüge wächst. Immerhin hat auch George W. Bush bemannte Flüge zum Mars inzwischen wieder zu einem - wenn auch eher längerfristige - Ziel erklärt. Damit verbunden müssen auch die Forschungen an technischen Systemen, die ein solcher Langzeitaufenthalt im All erfordert, intensiviert werden. Dies schlägt sich jedoch keineswegs nur in staatlichen Projekten nieder, sondern hat bereits in den 1990ern auch zu einer Reihe von privaten Initiativen geführt.

Biosphere-II 
Biosphere-II
© Biosphere-II
Biosphere II
Vorreiter der privat finanzierten CELSS-Experimente war sicherlich der texanische Mulitmillionär Edward P. Bass. Er errichtete in der Wüste von Arizona das mit 13.000 Quadratmetern Fläche größte geschlossenen System, das je gebaut wurde. Unter luftdicht verschlossenen Glaskuppeln wurden sieben unterschiedliche Lebensräume, vom Regenwald bis zum Korallenriff, eingerichtet und insgesamt 3.000 Pflanzen- und Tierarten eingesetzt. 1991 schloss sich die Luftschleuse hinter den acht "Bionauten", die erst zwei Jahre später wieder aus ihrem künstlichen Ökosystem herauskommen sollten.

Nachdem zu Beginn einige der Pflanzen- und Tierarten ausstarben, stellte sich im Laufe der Zeit zwar wie geplant ein Gleichgewicht ein, aber auch dieser Versuch eines komplett selbsterhaltenen Systems war kein voller Erfolg. Nach etwa einem Jahr musste ein zusätzlicher Kohlendioxidfilter eingebaut werden, und auch die Nahrungsbedürfnisse der Bionauten ließen sich nur zu rund 90 Prozent abdecken.

Aber trotz des extrem negativen Presseechos war Biosphere II zumindest nach Ansicht der Beteilgiten kein völliger Fehlschlag. Einer der eingeschlossenen Wissenschaftler schrieb: "Wir sind überrascht von der Anpassungsfähigkeit der Natur. Wenn wir solche Miniwelten für die Erschließung und Besiedlung des Weltraums bauen können, wird es eines Tages eine Vielzahl von neuen und wunderbaren Welten geben, die es so auf der Erde niemals hätte geben können. Jede Miniwelt nimmt ihren eigenen einzigartigen Weg der Evolution und passt sich den jeweiligen Gegebenheiten an."

Nauvik und Mars Base Zero
Bereits 989 hat ein weiterer privat finanzierter Versuch begonnen, ein eigenständiges "Ökosystem unter Glas" zu errichten. Die ISECCo (International Space Exploration and Colonization Co.) unterhält in der Nähe von Fairbanks in Alaska ein solches CELSS unter einer Kuppel mit zwölf Metern Durchmesser. Das nach einem Inuitausdruck "Nauvik - Nährender Ort" getaufte System ist, so die ISECCo Vertreter: "... besonders für Planetenbasen oder dauerhaft bemannte Raumsationen geeignet."

Während der Aufbauperiode sollten in der Kuppel zwar schon Pflanzen angebaut und Tiere gezüchtet, auch einige Vorversuche durchgeührt werden. Im Gegensatz zu Biosphere II wollen die Initiatoren das System aber erst nach einer längeren Übergangsphase schließen: "Wenn die Kuppel fertig ist und Nauvik zum Leben erwacht, wird unser ökologisches System ein bis zwei Jahre brauchen, um sich in einem Gleichgewicht einzupendeln. Einen Beweis für das Funktionieren ist es, wenn wir ein Jahr lang in völliger Isolation überdauert haben."

Da die Initiative jedoch chronisch unter Geldmangel leidet, ist die Kuppel bisher nicht aus dem Planungsstadium herausgekommen. Stattdessen errichtete ISECCo mithilfe von Freiwilligen "Mars Base Zero", eine kleinere Ausgabe von Nauvik. Diese Kuppel wurde 2004 zwar für 39 Tage geschlossen - Wasser und Sauerstoff kamen aber auch hier von außerhalb.

Ein langfristig funktionierenes autonomes Versorgungssystem wird angesichts leerer Kassen sowohl bei privaten als auch bei staatlichen Organisationen wohl noch etwas auf sich warten lassen müssen...

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